Judenfriedhof, Jüdischer Friedhof in Endingen, Schweiz
Der jüdische Friedhof von Endingen liegt auf einem kleinen Hügel zwischen Endingen und Lengnau im Surbtal. Die Gräber sind in Nord-Süd-Richtung angeordnet, Männer und Frauen in getrennten Reihen beigesetzt, und es ruhen hier über 2700 Menschen. Im ältesten Teil an der Landstrasse folgen die Grabsteine der Form traditioneller Stelen, meist aus Endinger Sandstein, jene wohlhabender Familien aus Mägenwiler Muschelkalk.
Die Gemeinden von Endingen und Lengnau erwarben 1750 ein bewaldetes Grundstück, um diesen Friedhof nach Überflutungsproblemen an ihrem früheren Begräbnisplatz zu gründen. Diese Gründung markierte einen wichtigen Wendepunkt für die jüdische Beisetzungspraxis in der Region.
Seit Mitte des 19. Jahrhunderts tragen die Grabsteine hebräische Inschriften neben solchen in Deutsch mit lateinischen Buchstaben. Sie zeigen auch den Wandel der Formen: klassizistische Stelen aus Endinger Sandstein, später Marmor und neogotische Formen, abgebrochene Säulen für jung Verstorbene. Die Chevra Kadischa, die heilige Beerdigungsbruderschaft, pflegte die Gräber.
Der Friedhof liegt auf einer kleinen Anhöhe zwischen Endingen und Lengnau, direkt an der Landstrasse zwischen den beiden Dörfern. Die ältesten Gräber befinden sich im südöstlichen Teil gegen Lengnau, und das Gelände wurde mehrmals nach Westen erweitert. Ein 1963 gekauftes Grundstück von 0,4864 Hektaren wird vom Verein für Erhaltung der Synagogen und des Friedhofes Endingen-Lengnau unterhalten.
Die ältesten Grabsteine stammen von der Judenäule: Bei der Rheinregulierung 1954/55 wurden die Überreste von über 80 Gräbern exhumiert und in Endingen neu beigesetzt, die erhaltenen Steine – der älteste von 1674 – dort wieder aufgerichtet.
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