Pantenbrücke, Steinbrücke in Linthal, Schweiz
Die Pantenbrücke besteht aus zwei übereinander gestaffelten Steinbrücken, die die tiefe Linthschlucht südlich von Tierfehd überspannen. Die untere Brücke ist älter, während die obere später direkt über ihr errichtet wurde, wodurch zwei unterschiedliche Bauperioden sichtbar bleiben.
Die erste dokumentierte Steinbogenbrücke wurde 1457 erbaut und danach 1560 und 1750 aufgrund von Lawinen- und Felssturzschäden erneuert. Die obere Brücke entstand später zwischen 1899 und 1902 als Lösung für die wachsenden Verkehrsanforderungen.
Der Name Panten stammt von pontus (Brücke) und pantum (Viehdurchgang) und weist auf eine romanische Besiedelung im hinteren Linthtal hin, nicht auf römische Anwesenheit. Der Übergang verband Linthal über den Kistenpass mit Breil/Brigels und erschloss die Alpen in Sand, Baumgarten, Nüschen und Mutten. Die Unterhaltspflicht lag bei den Besitzern der Alpen im Baumgarten und Sand; 1556 beteiligte sich der Glarner Landrat an der Sanierung, weil Viehwirtschaft und -export für den Stand Glarus wichtig waren.
Die Brücke verbindet Linthal über den Kistenpass mit Breil/Brigels in Graubünden und erschliesst die Alpen im Sand, in Baumgarten, Nüschen und Mutten sowie den Zubringer zum Sandpass. 1907 brauchte man von Linthal bis Brigels 11 Stunden Wanderzeit; der Kistenpass galt als beliebtes, aber nicht ungefährliches Ziel. 1997 wurden beide Brücken umfassend renoviert.
Besonders faszinierend ist, dass man von bestimmten Punkten aus beide Brückenebenen gleichzeitig sehen kann, was die verschiedenen Bautechniken anschaulich macht. Diese seltene Anordnung ermöglicht einen Blick auf rund 450 Jahre Brückenbaugeschichte an einer Stelle.
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