Zürich-Enge-Alpenquai, Archäologische Fundstelle prähistorischer Pfahlbauten in Zürich, Schweiz.
Zürich-Enge Alpenquai ist eine spätbronzezeitliche Ufersiedlung im unteren Becken des Zürichsees, knapp 50 Meter östlich des heutigen Bürkliplatzes im Quartier Lindenhof. Die Siedlung umfasste 2,93 Hektaren, die Pufferzone mit Seefläche 17,40 Hektaren. Die Schichten liegen rund zwei Meter unter dem heutigen Seespiegel von 406 m ü. M. und sind durch eine Lage Seekreide in zwei Kulturschichten getrennt.
Zürich-Enge-Alpenquai war fast ununterbrochen von 1050 bis 800 v. Chr. besiedelt und zählt damit zu den grössten spätbronzezeitlichen Ufersiedlungen Mitteleuropas. Die letzte Besiedlungsphase fällt in den Übergang zur Eisenzeit, der sonst selten belegt ist. 2018 erbrachte eine Notgrabung auf der Baustelle der Zürich-Versicherung am Mythenquai Geräte zum Spinnen und Weben sowie Zierschmuck; gehören sie zu den früheren Funden beim Mythenschloss, könnte dies auf eine Siedlung von rund 1000 Menschen hindeuten.
Die Keramik von Alpenquai zeigt zwei verschiedene Dekorstile: reicher Stabdekor kommt nur in der unteren Kulturschicht vor, während Kannelurengruppen und graphitverzierte Fragmente auf die obere Schicht beschränkt sind. Pfahlschuhe, die in unterschiedlichen Höhen der Schichten gefunden wurden, markieren die Standorte der vorgeschichtlichen Behausungen. Die Fundstelle liegt im Quartier Lindenhof, knapp 50 Meter östlich des heutigen Bürkliplatzes.
Die Siedlung lag knapp 50 Meter östlich des heutigen Bürkliplatzes am linksseitigen Ufer des Seebeckens im Quartier Lindenhof. Da der Seespiegel (406 m ü. M.) höher liegt als in der Bronzezeit, befindet sich die Fundschicht etwa zwei Meter unter der Wasseroberfläche; von den Pfählen ist vom Ufer aus nichts zu sehen. Die Fundstelle ist ein Klasse-A-Objekt nach dem Bundesgesetz vom 1. Juli 1966; die vorsätzliche Beschädigung der Stätte oder ihrer Artefakte ist strafbar.
Unter den Funden befinden sich antike Münzen, die auf komplexe Handelsnetzwerke und mögliche rituelle Praktiken in der Keltenzeit hindeuten. Diese Gegenstände zeigen, dass die Bewohner weit über ihre unmittelbare Umgebung hinaus verbunden waren.
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