Festungsgebiet Gotthard, Militärische Befestigungsanlage am Gotthardpass, Schweiz
Das Festungsgebiet Gotthard ist ein Festungsraum der Schweizer Armee in den Kantonen Bern, Graubünden, Tessin, Uri und Wallis, der die Gotthardachse und die Zugänge zum Gotthardraum sperren sollte. Zu den Werken zählen das Forte Airolo (1887–1890), die Festung Motto Bartola oberhalb von Airolo, das Fort Hospiz auf der Passhöhe sowie die drei Artilleriewerke Fort Stöckli, Fort Bäzberg und Fort Bühl, die die «Zitadelle» Andermatt bilden. Das fotografierte Werk ist ein gedrungener Betonblock mit steil abgeschrägtem Dach und vorspringendem Beobachtungshood; die grauen Flächen sind verschmutzt und von kleinen Löchern durchsetzt, auf einer Fundamentplatte zwischen zerbrochenen roten Backsteinen, Fliesenbruchstücken und Schutt, mit einem hellen Rohr an der Seite und dünnen Metallschienen, die um den Sockel verlaufen.
Die erste Gotthardfestung, das Forte Airolo, entstand 1887 bis 1890, fünf Jahre nach Eröffnung des Eisenbahntunnels, um den Tunnel, die Gotthardstrasse nach Süden und die Strasse ins Val Bedretto zu sichern. In den 1890er Jahren folgten das Fort Motto Bartola oberhalb Airolo und das Fort Hospiz auf der Passhöhe, gegen Ende des Jahrhunderts bildeten die drei Artilleriewerke Fort Stöckli, Fort Bäzberg und Fort Bühl die «Zitadelle» Andermatt. 1935 bis 1939 ergänzte die Armee im Bedrettotal das Blockhaus San Giacomo, das Artilleriewerk Grandinagia und den Artilleriebunker Manegorio, nachdem Italien eine Strasse über den San Giacomopass gebaut hatte, 14 Kilometer vom Südportal des Tunnels entfernt.
Der Name Gotthard stammt vom Hospiz des heiligen Gotthard auf der Passhöhe; die Werke sollten den 1882 eröffneten Eisenbahntunnel sichern. Das Festungswachtkorps unterhielt die Anlagen während des Kalten Krieges, heute sind Stellungen wie das Fort Hospiz und das Forte Airolo zugänglich.
Der Besuch ist nur in den Sommermonaten von Juni bis Oktober möglich, wenn die Anlage für Führungen geöffnet ist. Besucher erreichen die Festung bequem über die Postbus-Haltestelle "Gotthard, Passhöhe" und können kostenlose Parkplätze nutzen, die nur wenige Gehminuten vom Eingang entfernt sind.
Die Anlage blieb bis in die letzten Jahre unter militärischer Geheimhaltung und viele ihrer Funktionen waren der Öffentlichkeit lange Zeit unbekannt. Erst mit dem Wandel der Sicherheitspolitik wurden Teile der Festung für Besucher zugänglich gemacht.
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