Dreizehn Faktoreien, Historisches Handelsviertel in Guangzhou, China
Die Dreizehn Faktoreien waren eine Reihe zweistöckiger Gebäude entlang der Uferzone des Perlflusses, die als abgeschlossene Handelszone für ausländische Kaufleute dienten. Die Struktur umfasste separate Bereiche für Lagerung, Büroräume und Wohnquartiere unter einem gemeinsamen Dach.
Der Kaiser Qianlong ordnete 1757 an, dass alle westlichen Handelsgeschäfte in Guangzhou in dieser begrenzten Zone stattfinden sollten, um die Kontrolle über ausländische Aktivitäten zu zentralisieren. Nach dem Ersten Opiumkrieg endete 1842 dieses Monopol, als mehrere chinesische Häfen für den internationalen Handel geöffnet wurden.
Jedes Lagerhaus trug ein anderes nationales Emblem über seinem Eingang, sodass Händler ihre jeweiligen Geschäftszonen sofort erkennen konnten. Die Händler folgten strengen Regeln für persönliche Interaktionen, wobei soziale Kontakte außerhalb der Geschäftszeiten begrenzt waren.
Die Gegend lässt sich am besten zu Fuß erkunden, da die ursprünglichen Gebäude nicht mehr stehen und nur Nachbildungen oder historische Markierungen sichtbar sind. Besucher finden Informationstafeln in chinesischer und englischer Sprache, die die frühere Nutzung der einzelnen Standorte erläutern.
Händler durften das abgegrenzte Gebiet nur während der Handelssaison betreten, die normalerweise von Oktober bis Januar dauerte, und mussten danach nach Macau zurückkehren. Eine Ausnahme bildeten einige protestantische Missionare, die länger blieben und Kapellen in den oberen Stockwerken einiger Faktoreien betrieben.
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