Nathu La, Gebirgspass an der Grenze China-Indien, Tibet
Nathu La ist ein Grenzpunkt und Gebirgsübergang auf 4310 Metern (14140 Fuß) Höhe im Dongkya-Kamm, der das tibetische Yadong mit dem indischen Bundesstaat Sikkim verbindet. Der Durchgang bleibt während der Wintermonate aufgrund starker Schneefälle geschlossen und zeigt eine karge Landschaft aus Fels, Eis und dünner Luft rund um die Markierungslinie zwischen beiden Ländern.
Der Übergang öffnete sich 1873 für den offiziellen Handel zwischen Tibet und der damaligen britischen Kolonie Indien und blieb ein Hauptkorridor für Wolle, Salz und Tee bis 1962. Der Krieg zwischen China und Indien in jenem Jahr führte zur Schließung, die erst 2006 teilweise aufgehoben wurde und seitdem nur an wenigen Tagen für bestimmte Reisende zugänglich ist.
Der tibetische Name bedeutet horchende Ohren und verweist auf die Aufmerksamkeit der alten Händler gegenüber Lawinen und Steinschlag in diesen schmalen Tälern. Wanderer und Pilger nutzten diese Route seit Jahrhunderten und prägten damit eine Verbindung zwischen den Hochlandkulturen auf beiden Seiten des Kamms.
Reisende auf der indischen Seite benötigen Genehmigungen, die über zugelassene Agenturen oder Behörden beantragt werden müssen, da das Gebiet militärisch beschränkt ist. Die extreme Höhe erfordert langsame Bewegungen und ausreichend Zeit zur Anpassung, um Atembeschwerden und Kopfschmerzen zu vermeiden.
Die Grenzstation dient als einer von fünf offiziellen Treffpunkten, an denen Militärangehörige beider Länder regelmäßig zusammenkommen und Flaggenzeremonien abhalten. Steinmauern und Betonpfeiler kennzeichnen den exakten Grenzverlauf, der in dieser abgelegenen Höhe nur für wenige Zivilisten sichtbar wird.
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