Aegidienkirche, Gotische Kirche in Altstadt, Deutschland
Die Sankt-Ägidien-Kirche ist eine Hallenkirche aus rotem Backstein in der Lübecker Altstadt, die knapp 86 Meter Höhe erreicht. Der markante Westturm ist an den der Marienkirche angelehnt und gliedert sich in mehrere Geschosse.
Die Kirche wurde 1227 gegründet und gehört damit zu den ältesten Bauwerken der Lübecker Altstadt. Hier fand 1530 die erste protestantische Abendmahlsfeier in Lübeck statt, was sie zu einem wichtigen Ort der Reformationsgeschichte in Norddeutschland macht.
Der hölzerne Lettner aus dem 16. Jahrhundert mit seinen bemalten Bibelmotiven trennt noch heute den Chorraum vom Hauptschiff. Dieser Einblick in die Raumgestaltung zeigt, wie das Innere über Generationen hinweg geformt und genutzt wurde.
Das Kircheninnere ist weitgehend zugänglich und zeigt Bauschichten aus verschiedenen Jahrhunderten. Da Restaurierungsarbeiten immer wieder einzelne Bereiche vorübergehend schließen können, lohnt es sich, vor dem Besuch zu prüfen, was gerade geöffnet ist.
Neben der Nordtür ist noch heute eine Kanonenkugel in die Mauer eingelassen, die aus der Schlacht von Lübeck im Jahr 1806 stammt. Sie blieb erhalten, weil niemand sie entfernte, und ist heute ein stiller Zeuge der napoleonischen Kriegsführung in der Stadt.
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