Schöninger Speere, Prähistorische Jagdwaffen in Schöningen, Deutschland.
Die Schöninger Speere sind zehn altsteinzeitliche Holzwaffen aus dem Speerhorizont des Braunkohletagebaus Schöningen im Landkreis Helmstedt. Neun sind Wurfspeere, einer eine 2,53 m lange Stoßlanze; die vollständigen Speere messen 1,84 bis 2,53 m bei 29 bis 47 mm Durchmesser. Die meisten sind aus langsam gewachsenen Fichten gearbeitet, Speer IV aus Kiefernholz, und alle sind durch Sedimentdruck leicht deformiert.
Die Grabungen unter Hartmut Thieme vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege förderten die Speere zwischen 1994 und 1999 im Speerhorizont des Braunkohlentagebaus Schöningen zutage. Thermolumineszenzdatierungen erhitzter Feuersteine unter der Fundschicht ergeben 337.000 bis 300.000 Jahre, also MIS 9; eine 2025 veröffentlichte Studie mit rund 200.000 Jahren ist umstritten. Es sind die ältesten vollständig erhaltenen Holzwaffen.
Der Name leitet sich vom nahegelegenen Ort Schöningen ab, wo Besucher heute im Forschungsmuseum die Waffen betrachten können. Die Ausstellung zeigt, wie frühe Menschen das Holz bearbeiteten und welche Jagdtechniken sie anwendeten.
Das Forschungsmuseum Schöningen liegt wenige Kilometer vom ursprünglichen Fundort entfernt und zeigt die Originale in klimakontrollierten Vitrinen. Besucher erhalten dort auch Einblicke in die wissenschaftlichen Methoden, mit denen die Funde untersucht werden.
Forscher fanden am Fundort mehr als 10.000 Knochen von Wildpferden, was auf intensive Jagdaktivitäten hinweist. Die Konzentration dieser Überreste macht den Ort zu einem der bedeutendsten prähistorischen Jagdlager Europas.
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