Archäologische Ausgrabungsstätten im Tagebau Schöningen, Archäologische Ausgrabungsstätten in Schöningen, Deutschland.
Die archäologische Ausgrabungsstätte in der ehemaligen Braunkohlemine enthält Schichten aus verschiedenen Zeitaltern mit zahlreichen Funden aus der Vorgeschichte. Das Gelände ist in einzelne Grabungsfelder unterteilt, die systematisch erforscht werden und unterschiedliche zeitliche Horizonte freilegen.
An diesem Ort wurden acht hölzerne Speere aus der Zeit vor 300.000 Jahren entdeckt, was zeigt, dass frühe Menschen bereits komplexe Jagdwaffen herstellten. Diese Funde aus dem Paläolithikum veränderten das wissenschaftliche Verständnis davon, wie weit entwickelt die Fähigkeiten unserer Vorfahren waren.
Die Stätte ist nach dem Tagebau Schöningen im Helmstedter Braunkohlerevier benannt, wo ab 1983 etwa 50 Fundstellen erfasst wurden. Das Langzeitprojekt ASHB, initiiert vom Archäologen Hartmut Thieme, sollte menschliche Hinterlassenschaften auf großer Fläche lückenlos dokumentieren. Die hölzernen Speere und Wurfstöcke werden heute in Museen aufbewahrt, nicht am Grabungsort selbst.
Der Tagebau wurde 2016 eingestellt, doch die Ausgrabungen im Umfeld der Fundstelle der Schöninger Speere dauern an. Die Umgebung ist ein aktives Forschungsgebiet und keine erschlossene Besucherstätte; der Zutritt ist beschränkt und muss im Voraus abgestimmt werden. Die Funde werden von den zuständigen Denkmalbehörden verwahrt und untersucht, nicht vor Ort ausgestellt.
Die besonderen geologischen Bedingungen dieses Ortes haben organische Materialien wie Holz über Hunderttausende von Jahren bewahrt, was Funde ermöglichte, die sonst zerfallen wären. Solch vollständig erhaltene Holzwaffen sind extrem selten und geben seltene Einblicke in das tägliche Leben der Steinzeit.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.674 Mitwirkenden weltweit.