Überwasserkirche, Gotische Pfarrkirche in Münster-Altstadt, Deutschland
Die Überwasserkirche ist eine gotische Hallenkirche aus hellbeigen Steinquadern mit steilem rotem Ziegeldach und einem 64,5 Meter hohen quadratischen Turm, der von einem durchbrochenen Helm bekrönt wird. Hohe Spitzbogenfenster mit dunklem Maßwerk und Strebepfeiler gliedern die Langwand, nahe dem Boden sitzt eine kleine rundbogige Tür. Am Turm befinden sich ein Zifferblatt und Geschosse mit spitzbogigen Schallöffnungen.
Die erste Kirche, der Geburt Mariens geweiht, wurde am 29. Dezember 1040 im Beisein König Heinrichs III. und zwölf Bischöfe konsekriert. Sie brannte 1071 nieder; ein Nachfolgebau wurde 1121 beschädigt. Die heutige Hallenkirche wurde ab 1340 errichtet, belegt durch eine Inschrift über dem Westportal, der Turm von 1363 bis Anfang des 15. Jahrhunderts. Der Turmhelm wurde während des Täuferaufstands 1534/35 und erneut durch einen Orkan 1704 zerstört.
Der Name bedeutet „über dem Wasser“, denn die Kirche liegt gegenüber dem St.-Paulus-Dom jenseits der Aa. Das von Bischof Hermann I. gegründete Kanonissenstift wurde bis 1460 von einer hochadeligen Äbtissin geleitet; erste Äbtissin war Hermanns Schwester Bertheid. Aus dem Stiftsvermögen entstand das Priesterseminar, aus dem die Universität Münster hervorging; deren Siegel zeigt bis heute die „liebe Frau von Überwasser“.
Die Kirche liegt westlich des Doms auf der anderen Seite der Aa in der westlichen Innenstadt von Münster. Vom 11. Januar bis 11. November 2016 war sie für eine Restaurierung geschlossen. Im Inneren wurde die Hauptorgel 1972 von Seifert aus Kevelaer gebaut, eine kleinere Chororgel folgte 1985 von Oberlinger.
1941 hielt Bischof Clemens August Graf von Galen hier eine mutige Predigt gegen das Nazi-Regime mit dem Titel 'Wir sind der Amboss, nicht der Hammer'. Diese Worte zeigen den Mut der Kirche in einer Zeit großer Unterdrückung.
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