Adlerwarte Berlebeck, Greifvogelzentrum in Detmold, Deutschland
Die Adlerwarte Berlebeck ist ein Vogelpark auf einer mit Heide bedeckten felsigen Bergkuppe im Detmolder Stadtteil Berlebeck; 1939 gegründet, ist sie seit 1971 eine Einrichtung der Stadt. Sie beherbergt 46 Greifvogelarten mit über 200 Exemplaren, darunter ein Andenkondorpaar, das hier 1989 europaweit erstmals brütete. Eine Zuschauertribüne mit 160 Sitzplätzen steht vor den Freiflugvorführungen, ein Lehr- und Informationszentrum informiert über Falknereigeschichte und Artenschutz.
Der aus Milse stammende Adolf Deppe suchte 1938 in Detmold einen Standort und erhoffte sich Synergien mit dem Hermannsdenkmal und den Externsteinen. Nachdem die lippische Landesregierung die Grotenburg abgelehnt hatte, wählte er die mit Heide bedeckte felsige Bergkuppe, damals Hitlerhöhe genannt, in Berlebeck. Die Anlage wurde Pfingsten 1939 eröffnet, im April 1945 zerstört und nach der Währungsreform 1948 wieder aufgebaut. 1971 übergaben die Deppes sie an die Stadt Detmold.
Die Freiflugvorführungen finden während der Saison mehrmals täglich vor einer Zuschauertribüne mit 160 Sitzplätzen statt. Im angrenzenden Lehr- und Informationszentrum wird die Geschichte der Falknerei und die Rolle der Adlerwarte im Artenschutz erläutert. Die Vögel fliegen über einer felsigen, mit Heide bedeckten Bergkuppe, die 1939 genau dafür ausgewählt wurde.
Die Anlage befindet sich im Teutoburg-Wald und ist gut über Wanderwege zu erreichen, besonders schön ist der Besuch in den wärmeren Monaten. Besucher sollten festes Schuhwerk mitbringen und Zeit für die Beobachtung und Flugvorführungen einplanen.
1981 schlüpfte im Zoo Berlin das weltweit erste in Gefangenschaft gezüchtete Harpyienküken, aus einem Berliner Weibchen und einem Männchen aus Berlebeck. 1989 brütete hier erstmals in Europa ein Andenkondorpaar. Die Auffangstation nimmt jährlich bis zu 230 verletzte Wildvögel auf und wildert 70 bis 75 Prozent davon wieder aus.
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