Belsener Kapelle, Romanische Kirche in Belsen, Deutschland.
Die Belsener Kapelle ist eine romanische Chorturmkirche in Belsen, einem Stadtteil von Mössingen, erbaut im 12. Jahrhundert, wahrscheinlich vor 1150, auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus aus dem frühen 11. Jahrhundert. Der gotische Chor wurde später an den Turm angebaut, große Fenster ersetzten die ursprünglichen Öffnungen. Am Westgiebel sitzen verwitterte Reliefs mit Kreuz, Menschenfigur sowie Widder-, Schweins- und Stierkopf; die beiden Halbsäulen am Portal gelten als die Apostel Petrus und Paulus.
Die Kirche wurde im 12. Jahrhundert, wahrscheinlich vor 1150, auf den Grundmauern eines Vorgängerbaus aus dem frühen 11. Jahrhundert errichtet. Sie ersetzte eine durch Brand zerstörte karolingische Kapelle. Grabungen von Pfarrer Max Duncker 1899 und des Landesdenkmalamts 1960 bestätigten diese älteren Fundamente, die heute zugänglich sind.
Die Reliefs am Westgiebel zeigen Kreuz, Mensch, Widderköpfe, Schweinsköpfe und Stierkopf, teils stark verwittert. Eine überzeugende Deutung fehlt bis heute; diskutiert werden Bezüge zur antiken Symbolik und zur keltischen und römischen Siedlungsepoche. Die beiden Halbsäulen neben dem Portal stellen wohl die Apostel Petrus und Paulus dar.
Die Kapelle ist Pfarrkirche und Predigtstätte der zum Kirchenbezirk Tübingen gehörenden evangelischen Kirchengemeinde. Die bei den Grabungen von 1899 und den 1960 bestätigten Grabungen freigelegten Fundamente des Vorgängerbaus sind allgemein zugänglich und können besichtigt werden.
Im Chor sind zwei ursprünglich nach außen offene Lepraspalten oder Hagioskope zu erkennen, die den von der gemeinschaftlichen Eucharistiefeier Ausgeschlossenen — ansteckend Kranken und Einsiedlern — den Blick auf den Altar und die Teilnahme an der Kommunion erlaubten.
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