Bergrutsch am Hirschkopf, Naturschutzgebiet in Mössingen, Deutschland
Bergrutsch am Hirschkopf ist ein Naturschutzgebiet in der Nähe von Mössingen mit über 39 Hektar Fläche, das durch einen großen Erdrutsch geprägt wurde. Die Fläche zeigt unterschiedliche Vegetationszonen und geologische Schichten, die durch die Erosion der Schwäbischen Alb entstanden sind.
Im April 1983 ereignete sich am Hirschkopf ein massiver Erdrutsch, der etwa 6 Millionen Kubikmeter Gesteinsmaterial bewegte. Das Gebiet wurde aufgrund dieser dramatischen Veränderung 1988 unter Schutz gestellt.
Das Rutschgelände gliedert sich in vier Zonen: die neue Steilwand mit nachgesackten Schollen, einen bewaldeten Streifen, der den Hang durchzieht, die anfangs vegetationsfreie Geröllhalde „Kieswüste“ und den zusammengeschobenen Wald an der Rutschzunge. Im ersten Sommer 1983 bildeten sich in den Senken der Kieswüste kleine Tümpel, gespeist von Oberflächenwasser.
Das Schutzgebiet liegt rund zwei Kilometer westlich des Mössinger Ortsteils Talheim am Albtrauf. Das Rutschgelände ist eine geschützte biologische Nullzone: Besucher bleiben auf den markierten Wegen und außerhalb der abgesperrten Flächen, denn Geröllhalden, Spalten und Felswände sind weiterhin instabil. Das Gebiet gehört zum Schonwald Dreifürstenstein und zum Landschaftsschutzgebiet Albrand.
Das Gebiet beherbergt seltene Tierarten wie die Gelbbauchunke und den Wanderfalken, die sich nach dem Erdrutsch dort neu angesiedelt haben. Diese Arten nutzen die speziellen Bedingungen der zerstörten Landschaft für ihr Überleben.
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