Babilonie, Archäologische Stätte und Kulturdenkmal in Nordrhein-Westfalen, Deutschland
Die Babilonie ist eine Wallburg der La-Tène-Kultur auf einer 255,6 Meter hohen Kuppe im Wiehengebirge oberhalb von Obermehnen. Ihr keilförmiges Wallsystem fällt von Süd nach Nord mit dem Hang ab und umfasst über 12 Hektar. Die Wälle folgen der Ostflanke auf 750 Metern und der Westflanke auf 450 Metern, mit drei gestaffelten Linien an der 550 Meter langen Nordseite.
Die Wälle der Babilonie entstanden in mehreren Phasen. Die erste Befestigung, ein einfacher Wall ohne Graben, umschloss Kuppe und Quelle in der vorrömischen Eisenzeit; es folgte eine zweite Linie, dann wurde vor einem erhöhten Außenwall ein 5 m breiter und 1,90 m tiefer Spitzgraben angelegt, dessen Keramik ins 5.–7. Jahrhundert datiert. Ein späteres Kernwerk mit 4 m breitem Graben und Zangentor wird in die karolingisch-ottonische Zeit gesetzt. Ausgrabungen leiteten Friedrich Langewiesche 1905, 1929/30, 1936 und 1939, Walter Lange 1952 und Klaus Günther 1981; der Zeitpunkt der Auflassung ist weiterhin ungeklärt.
Der Name Babilonie ist erst seit 1723 belegt, seine Herkunft ist umstritten; möglich ist eine Ableitung von „Babelönje/Babenlon“ für Bergwald. Nach Paul Höfer gibt es eine Sage, die sich auf Wittekind bezieht. Im Inneren der Burg wurden Wohnpodien und Spuren von Pfostengebäuden freigelegt.
Die Anlage umfasst über 12 Hektar; im Süden umschließen die Wälle eine Kuppe von etwa 200 × 150 m, im Norden schützen zwei bogenförmige Wall-Graben-Anlagen den Hang. Die erste Kartierung der Kuppe erfolgte nach 1880. Der Zugang führt über Pfade von Obermehnen aus.
Der Name Babilonie ist erst seit 1723 belegt, seine Herkunft ist umstritten; eine Deutung leitet ihn von „Babelönje/Babenlon“ für Bergwald ab. Ein Zusammenhang mit den Sachsenkriegen Karls des Großen, für die die fränkischen Reichsannalen 775 eine Schlacht bei Hlidbeki (Lübbecke) melden, wird oft vermutet, ist aber nicht nachgewiesen.
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