Palais Preysing, Rokoko-Herrenhaus in Münchner Altstadt, Deutschland
Das Palais Preysing ist Münchens erstes Rokoko-Palais, das Joseph Effner in der Residenzstraße 27 mit zwei neunachsigen Straßenfassaden, Kolossalpilastern und einem säulengetragenen Balkon im Osten errichtete. Im Inneren blieb das dreiarmige Prunktreppenhaus mit Stuck und Karyatiden erhalten; eine Ladenpassage durchzieht das Haus.
Graf Johann Maximilian von Preysing-Hohenaschau, Oberstjägermeister und Erzieher Kurfürst Karl Albrechts, ließ das Palais 1723–1728 von Joseph Effner errichten, nachdem man ihn wegen seines bescheidenen Hauses an der Residenz verspottet hatte. Die Maurer arbeiteten nachts bei Fackelschein. 1835 nahm die Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank hier mit 11 Mitarbeitern ihren Betrieb auf.
Das Palais zeigt die prachtvolle Rococo-Architektur, die München im 18. Jahrhundert geprägt hat und bis heute das Stadtbild der Altstadt bestimmt. Besucher können die aufwendigen Stuckarbeiten und die eleganten Proportionen bewundern, die diesen Baustil charakterisieren.
Das Palais Preysing steht an der Residenzstraße 27, an der Ecke zur Viscardigasse; seine Westfassade liegt an der Theatinerstraße, nördlich schließt die Feldherrnhalle unmittelbar an. Das dreairmige Prunktreppenhaus mit Stuck und Karyatiden ist öffentlich zugänglich; Erdgeschoss und die Ladenpassage durch das Haus dienen Geschäften und Praxen.
Die Gasse hinter dem Palais, die Viscardigasse, hieß im Volksmund „Drückebergergasse“, weil man durch sie ging, um den Nazi-Gruß an der Feldherrnhalle zu umgehen, den Hitler zu Ehren der 1923 beim Hitlerputsch Getöteten angeordnet hatte. Mitte der 1990er Jahre wurde dort ein wellenförmiger Streifen goldfarbener Pflastersteine zum Gedenken an diesen passiven Widerstand verlegt.
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