Ledasperrwerk, Sturmflutsperrwerk in Leer, Deutschland
Das Ledasperrwerk ist ein Sperrwerk an der Leda bei Leer, errichtet nach dem Prinzip eines Schützenwehrs mit fünf Öffnungen von je 14 Metern Breite. Die 10,5 Meter hohen Hubtore liegen zwischen Türmen und können auf die Sohlschwelle abgesenkt werden; die mittleren Türme ragen 23,5 Meter über die Sohlschwelle. Das Sperrwerk bleibt in der Regel geöffnet, um die natürlichen Wasser- und Tideverhältnisse zu erhalten, und wird bei Tideniedrigwasser geschlossen, wenn Wasserstände von 50 cm über dem mittleren Tidehochwasser erwartet werden.
Die Planungen für ein Sperrwerk an der Ledamündung begannen vor dem Zweiten Weltkrieg, ruhten während des Krieges und wurden danach wieder aufgenommen; 1949 legte das Wasser- und Schifffahrtsamt Leer einen Entwurf vor. Der Bau begann im September 1950 in einem trockenen Ledabogen, anschließend wurde der Fluss durch einen rund 1.000 Meter langen Durchstich umgelegt. Im Juli 1954 ging die Anlage in Betrieb und bestand fünf Monate später bei einer Sturmflutserie ihre erste Bewährungsprobe.
Der Name des Bauwerks stammt von der Leda, die es an ihrer Mündung in die Ems absperrt. Die fünf Hubtore bleiben offen, damit die Tide passieren kann, und werden erst geschlossen, wenn Wasserstände von 50 cm über dem mittleren Tidehochwasser erwartet werden. Dieses Konzept unterschied sich wegweisend von älteren Sielen, die den Tideneinfluss ausschalteten; nach der Flutkatastrophe von 1953 entstanden ähnliche Sperrwerke an der Themse und an niederländischen Flussmündungen.
Das Sperrwerk liegt an der Mündung der Leda in die Ems bei Leer; der frühere Flussbogen ist als Altarm unterhalb der Anlage erhalten. Die Tore sind in der Regel geöffnet und werden erst bei erwarteten 50 cm über dem mittleren Tidehochwasser geschlossen, sodass man bei normaler Tide ein offenes Wehr und kein geschlossenes Bauwerk sieht.
Das benachbarte Ledaschöpfwerk, von Januar 2000 bis Dezember 2001 errichtet, fördert 40 m³ pro Sekunde, also knapp 3,5 Millionen m³ am Tag — etwas mehr als das gesamte Fassungsvermögen des Leeraner Speicherpolders. Es hält das Leda-Jümme-Gebiet bei langen Schließzeiten des Sperrwerks trocken und kann bei Schiffsüberführungen Wasser in den Emsstauraum füllen.
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