Burg Riegel, Burg in Baden-Württemberg, Deutschland
Burg Riegel war eine Höhenburg auf dem Michaelsberg, die zwischen dem 12. und frühen 13. Jahrhundert errichtet wurde und strategisch den engen Gebirgspass Riegeler Pforte zwischen Kaiserstuhl und Schwarzwald kontrollierte. Die Anlage war dreigliedrig aufgebaut mit dem Burgberg als höchstem Punkt sowie vorderer und hinterer Burg, die durch Gräben geschützt wurden, doch heute sind nur noch Reste dieser Gräben und fragmentarische Mauerzüge erkennbar.
Die erste sichere Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1180 unter Herzog Bertold IV. von Zähringen, wobei Hinweise auf noch ältere Strukturen aus dem 10. bis frühen 12. Jahrhundert deuten. Nach dem Aussterben der Zähringer um 1218 übernahmen die Herren von Ueßenberg die Herrschaft, doch Schulden und Verpfändungen führten dazu, dass die Burg und das Dorf Ende des 14. Jahrhunderts an Freiburg und Endingen kamen, bevor die Anlage um 1400 aufgegeben wurde.
Die Michaelskapelle prägt das Erscheinungsbild des Ortes bis heute und dient Besuchern und Einheimischen als Anlaufpunkt. Der Bau aus dem 15. Jahrhundert mit seinem spätgotischen Chor verbindet die spirituelle Geschichte des Platzes mit der mittelalterlichen Vergangenheit der Burganlage.
Der Ort ist von Riegel am Kaiserstuhl aus leicht zu Fuß erreichbar, die Route führt über Weinberge zum Michaelsberg hinauf und bietet unterwegs freie Blicke auf die Landschaft. Ein Informationsschild an Ort erklärt die Geschichte der Burganlage und der Kapelle, wobei der Spaziergang etwa eine halbe bis volle Stunde dauert, je nachdem wie lange man sich umsieht.
Steine aus der Burganlage wurden ab 1399 als Baumaterial für das nahe gelegene Riegler Schloss wiederverwendet, sodass Teile der Burg buchstäblich in einem anderen Bauwerk weiterleben. Diese Praxis des Steinraubs war verbreitet, aber wenige Orte dokumentieren diesen Vorgang so deutlich wie hier.
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