Burg Ehrenstein, Mittelalterliche Burgruine in Ilmtal, Deutschland
Die Burg Ehrenstein ist die Ruine einer Höhenburg auf einem Muschelkalk-Felssporn des Buchenbergs auf 420 m ü. NN. Der Kern misst rund 36 m mal 11 m und verengt sich im Westen auf 8 m. Der viergeschossige Palas wird durch eine Mauer geteilt; an seinem Ostende steht der 25 m hohe Bergfried von 7,0 mal 10,5 m mit bis zu 2,5 m dicken Mauern, der über das oberste Geschoss des Mittelbaus zugänglich war. Eine Ringmauer mit drei Rundbastionen sowie Graben und Wall im Osten ergänzen die Reste.
Die erhaltenen Mauern stammen überwiegend aus einer Bauphase des 14. Jahrhunderts, doch könnte die Burg im 12. Jahrhundert angelegt worden sein. Sie gehörte wohl von Anfang an den Grafen von Schwarzburg und ging 1275 an die Blankenburger Linie über. Einen großen Ausbau erfuhr sie unter Graf Günther XXVIII., kaiserlichem Hofmeister. 1448 wurde sie im Schwarzburgischen Hauskrieg und im Sächsischen Bruderkrieg belagert und eingenommen, vermutlich ihr einziger Kriegsakt. 1587 verpfändet, verfiel sie; 1610 war sie unbewohnt und in schlechtem Zustand.
Um 1900 gründete sich eine Burggemeinde zur Pflege der Ruine, die eine Stube des Haupthauses für Versammlungen herrichtete. Der Heimat- und Mundartdichter Hugo Greiner verlegte 1903 mehrere Werke hierher, darunter „Der Sang von Ehrenstein“, „Das Gänseliesel von Ehrenstein“ und „Die Hexe“.
Der Ruinenplatz ist zu Fuß erreichbar und bietet Ausblicke auf das umgebende Tal. Besucher sollten auf unebenes Gelände und offene Mauerkanten achten, besonders bei feuchtem Wetter.
Goethe besuchte die Ruine 1777 und hielt seine Eindrücke in Zeichnungen fest, was zeigt, wie die Stätte damals aussah. Diese Skizzen sind heute eine wichtige Quelle für das Verständnis der früheren Zustände der Anlage.
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