Burg Scharfenstein, Mittelalterliche Burg in Leinefelde-Worbis, Deutschland.
Burg Scharfenstein ist eine Höhenburg auf einem 480 Meter hohen Sporn über Beuren, südwestlich von Leinefelde. Das Erdgeschoss besteht aus rauem, hellgrauem und beigem Stein, das Obergeschoss aus schwarzem Fachwerk über weißem Putz mit rot-weißen Sanduhrfeldern, vorkragend. Kleine, mehrfach verglaste Fenster stehen in Reihen, das steile Dach aus roten Ziegeln hat einen vorderen Giebel und zwei dünne Fahnenstangen auf dem First. Heute beherbergt sie ein Whiskyerlebniszentrum, eine Hotelanlage mit Restaurant und eine Kaffeerösterei.
Die Burg Scharfenstein entstand vermutlich um 1200 auf dem Schlossberg über Beuren; die erste urkundliche Erwähnung von 1209 nennt Dietrich Böhme von Scharfenstein. Landgraf Ludwig IV. von Thüringen eroberte und zerstörte sie 1219 in seiner Fehde mit dem Mainzer Erzbischof. Bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts mit neuer Ringmauer und einem zweiten kleinen Bergfried wieder aufgebaut, verkaufte Graf Heinrich von Gleichenstein sie 1294 an Erzbischof Gerhard II. von Mainz; das Eichsfeld blieb bis 1802 kurmainzisch.
Burg Scharfenstein ist heute ein Whiskyerlebniszentrum mit Hotel, Restaurant und Kaffeerösterei. Der Name erinnert an das Adelsgeschlecht von Scharfenstein, 1209 mit Dietrich Böhme von Scharfenstein genannt; ihr späteres Wappen zeigte einen springenden Hund. Der ehemalige Zisterziensermönch Heinrich Pfeiffer predigte hier von 1521 bis 1523 unter dem Schutz des Hans von Entzenberg die lutherische Lehre, in den umliegenden Ortschaften, auf dem Scharfenstein und unter der „Burglinde“.
Der Ort ist bei klarem Wetter leicht zu erreichen und bietet gute Aussichten in alle Richtungen. Besucher sollten festes Schuhwerk mitbringen, da die Wege über das Plateau und die Rampen uneben sind.
Der bei Restaurierungsarbeiten wiederentdeckte erste Bergfried trägt Buckelquader-Mauerwerk aus dem späten 12. Jahrhundert und ist damit älter als die Urkunde von 1209, die Dietrich Böhme von Scharfenstein nennt. Vor dem Tor steht eine über 550 Jahre alte Linde mit fast 8 Metern Stammdurchmesser. Das Plateau besteht aus Wellenkalk, der als Baustoff ungeeignet ist, sodass Stein herangeschafft werden musste.
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