Burgruine Haltenberg, Burgruine und Aussichtsturm in Scheuring, Deutschland
Burgruine Haltenberg ist die Ruine einer Höhenburg am Steilufer des Lech zwischen Scheuring und Kaufering. Die rechteckige Hauptburg wird im Norden und Osten durch ein doppeltes Grabensystem geschützt; ihr Plateau umlaufen die Außenmauern des ehemaligen Schlosses, über einem Sockel aus Nagelfluh hat sich ein Obergeschoss aus Backstein erhalten. Im Südosteck erhebt sich der mächtige romanische Bergfried aus großen Nagelfluhquadern, der bei 9 Metern Durchmesser etwa 18 Meter hoch ist.
Konrad von Haltenberg erscheint 1260 in einer Urkunde als Dienstmann des letzten Staufers Konradin; später dienten Angehörige der Familie auch den bayerischen Herzögen. Anfang des 15. Jahrhunderts erwarb ein Herzog eine Burghälfte und verkaufte sie 1425 an den Augsburger Patrizier Peter Rehlinger, dessen Familie bald die ganze Burg bis ins frühe 17. Jahrhundert besaß. 1612 kaufte der spätere Kurfürst Maximilian I. die Anlage und ließ sie zum Jagdschloss umbauen; nach dem Ende der großen Hofjagden im 18. Jahrhundert wurde das Schloss weitgehend abgerissen. 1982 erwarb der Landkreis Landsberg am Lech die Hauptburg und begann mit der Sanierung.
Die dem heiligen Erasmus geweihte Burgkapelle lag zwischen Haupt- und Vorburg und war nach dem Zweiten Weltkrieg noch weitgehend erhalten. Um 1960 löste sich ein Nagelfluhquader aus dem Bergfried und durchschlug ihr Dach; später stürzte das Gewölbe ein. Die Ruine ist heute durch ein Notdach geschützt, und aus dem Schutt wurden Reste der Wessobrunner Stuckaturen geborgen.
Die Ruine ist frei zugänglich; der Turm kann nur nach vorheriger Anmeldung in Landsberg am Lech bestiegen werden. Die Hauptburg betritt man im Norden über einen aufgeschütteten Damm, der Einblicke in das doppelte Grabensystem gewährt. Der ehemalige Wirtschaftshof in der Vorburg ist in Privatbesitz und wird als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt.
Die Burganlage war ursprünglich auf drei Seiten von einem doppelten Grabenring geschützt, der sie vom hohen Lechuferhang trennte. Dieses System aus zwei hintereinander angelegten Gräben ist auch heute noch im Gelände rund um den Turm erkennbar.
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