Burg Lindheim, Mittelalterliche Burg in Altenstadt, Deutschland
Die Burg Lindheim ist eine ehemalige mittelalterliche Ganerbenburg auf einer fast quadratischen Insel, die durch Ableitung des Mühlbaches von der Nidder entstand. Von der Burg sind nur geringe Reste erhalten, darunter der Hexenturm, ein kleiner Rundturm im nicht zugänglichen Schlosspark. Das Moller-Schlösschen, der einzige nennenswerte Rest des Schlosses von 1697, enthält im Kern den Westflügel und wurde 1841/42 von Georg Moller zu einem selbständigen Herrenhaus mit Zeltdach und Dachreiter erweitert.
Lindheim wurde 930 erstmals als Besitz der Herren von Münzenberg erwähnt. Die erste Burg wurde vermutlich 1241 zerstört; 1289 erlaubte König Rudolf dem Conrad von Büches den Bau einer neuen Burg, allerdings nicht am selben Ort. Bereits 1324 war sie im gemeinsamen Besitz der Familien von Büches, von Kransberg und von Bommersheim, und 1391 schlossen 17 Familien einen Burgfrieden.
Lindheim wurde 930 erstmals urkundlich erwähnt und 1342 als Stadt bezeichnet; bis 1806 besaß es reichsunmittelbare Rechte. Die Ganerben ließen den Ort ummauern und die Burg erweitern. Das Moller-Schlösschen, der einzige nennenswerte Rest des Schlosses von 1697, trägt eine Gedenktafel für den Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch, der bis zu seinem Tod 1895 im Seitenflügel lebte.
Die wenigen erhaltenen Reste des Schlosses sind in Privatbesitz und nicht zugänglich; auch das Moller-Schlösschen, der Hexenturm und der Park sind für Besucher geschlossen. Die Anlage liegt in der Niederung der Nidder in Lindheim, Gemeinde Altenstadt. Am besten betrachtet man das Areal von den umliegenden Straßen und Wegen aus.
Der Brand von 1928, der die Hauptgebäude des Schlosses zerstörte, vernichtete auch die Urne mit der Asche des Schriftstellers Leopold von Sacher-Masoch, der bis zu seinem Tod 1895 im Mollerschen Landhaus gewohnt hatte; die Urne ging im Brandschutt verloren. Eine Tafel an dem Gebäude erinnert heute an ihn.
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