Bärenfang, Architekturdenkmal in Zell im Fichtelgebirge, Deutschland.
Der Bärenfang auf dem Großen Waldstein ist ein kleines, längliches Gebäude aus massiven Granitquadern, 9 Meter lang, 3,30 Meter breit und 4 Meter hoch. An jeder Schmalseite liegt ein Zugang, in der Mitte einer Seitenwand sitzt eine schmale Öffnung. Nach Sturmschäden erhielt das Bauwerk 2006 ein neues Dach; in der Nähe steht ein steinerner Bär.
Der erste schriftliche Beleg ist eine Rechnung des markgräflichen Kastenamtes Münchberg vom 3. April 1656 über Hafer und acht Fronpferde, die einen im Bärenfang am Waldstein gefangenen Bären nach Gefrees und weiter nach Bayreuth brachten. Etwa 100 Jahre fing die Anlage fast jährlich einen Bären; der letzte Fang ist für 1760 belegt. Um 1800 lockten die Granitquader der Ruine Bauherren, 1816 verhinderte Oberförster Otto aus Sparneck den Abbruch, sodass 2006 das 350-jährige Bestehen gefeiert werden konnte.
Der Name Bärenfang bezeichnet die Falle selbst. Lebend gefangene Bären wurden von hier nach Gefrees und weiter nach Bayreuth gebracht, wo die Markgrafen im Thiergarten die Bärenhatz abhielten. Die Vordorfer heißen noch heute „die Bären“, nach dem letzten Bären des Fichtelgebirges, den der Förster von Vordorf 1769 erschoss.
Der Bärenfang steht auf dem Gipfel des Großen Waldsteins und ist nur zu Fuß über Wanderwege erreichbar; es gibt keinen Straßenzugang und keine Innenbesichtigung. Der Bau aus massiven Granitquadern, 9 Meter lang, 3,30 Meter breit und 4 Meter hoch, wird von außen betrachtet. In der Nähe wurde ein steinerner Bär aufgestellt, die umgebenden Felsen sind ein Naturdenkmal.
Der Auslösemechanismus ist nicht vollständig geklärt. Ludwig Zapf vermutete Seile von zwei Falltüren an der Nordwand zu einem Eisenstab im Inneren, an dessen Haken der Köder hing; zerrte der Bär daran, gaben die Türen frei. Zum Heben der mehrere Zentner schweren Türen waren wohl mehrere Männer nötig.
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