Venusfigurinen von Andernach, Steinzeitliche Skulpturen am Martinsberg, Deutschland
Die Venus von Andernach ist eine Sammlung von etwa zwei Dutzend weiblicher Steinfigurinen, die an der Fundstelle Martinsberg in Deutschland entdeckt wurden. Die Stücke reichen von wenigen Zentimetern bis zu etwa 20 Zentimetern Höhe und zeigen durchgehend stilisierte Formen ohne Köpfe oder Füße.
Die Sammlung stammt aus dem Magdalénien vor etwa 13.400 Jahren und stellt einen bedeutenden Bestand prähistorischer weiblicher Kunstwerke in Mitteleuropa dar. Diese zeitliche Einordnung macht sie zu einem der ältesten erhaltenen Beispiele bewusster künstlerischer Gestaltung in der Region.
Die Figurinen gehören zum Typ Gönnersdorf, benannt nach dem benachbarten Fundplatz mit 16 Figurinen und über 400 in Schieferplatten gravierten Frauenbildern. Dieselbe stilisierte Form erscheint von Wilczyce in Polen bis Church Hole in Nottinghamshire und zur Cueva del Linar in Nordspanien, gearbeitet in Elfenbein, Geweih, Knochen und Stein. Die Gruppen, die sich hier trafen, kamen aus dem Maasgebiet, vom Niederrhein und aus der Gegend um Mainz.
Die Figuren befinden sich in der Obhut der Fachstelle für Vor- und Frühgeschichte der Generaldirektion Kulturelles Erbe Koblenz und sind für Forschungszwecke verfügbar. Der Zugang erfolgt typischerweise durch Anmeldung und wird hauptsächlich für wissenschaftliche Studien ermöglicht.
Diese Sammlung enthält zusammen mit Funden aus Gönnersdorf mehr weibliche Darstellungen als alle anderen europäischen Fundstellen aus diesem Zeitabschnitt zusammen. Die konzentrierte Anzahl solcher Kunstwerke an benachbarten Orten bleibt bis heute rätselhaft.
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