Wolbecker Tiergarten, Naturschutzgebiet in Münster, Deutschland
Der Wolbecker Tiergarten ist ein Schutzgebiet, das sich über ausgedehnte Waldflächen erstreckt und durch einen Fluss in zwei Teile geteilt wird. Das Gelände wird von einem Netz von Wegen durchzogen, die es ermöglichen, verschiedene Waldbereiche zu erkunden.
Der Wald wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert als bewaldete Mark angelegt und ist damit einer der ältesten Forste im Münsterland. Seine heutige Form und seinen Namen erhielt er um 1740, als Fürstbischof Clemens August I. von Bayern die breiten, rasterförmigen Wege anlegen und die Erdwälle an den Waldrändern aufschütten ließ. Mit der Säkularisation 1803 kam er in preußische Hand; die Truppen General Gebhard Leberecht von Blüchers schossen das letzte Wild, seither dient er der Holzwirtschaft.
Der Name Tiergarten bezeichnet den eingezäunten Jagdpark, den Fürstbischof Clemens August I. von Bayern um 1740 anlegen ließ; er schuf das Raster breiter Wege und die Erdwälle. Gegenüber dem alten Forsthaus von 1712 steht bis heute ein Grenzstein aus dieser Zeit. In den 1920er Jahren wurde auf Hof Markfort eine Kaffeewirtschaft eröffnet, die bis 1943 betrieben wurde; die alten Hinweisschilder sind noch vorhanden.
Nur die Straße Tiergarten ist asphaltiert und geht später in eine Schotterdecke über; alle anderen Wege sind typische, rasterförmig angelegte Waldwege. Drei Brücken überqueren die Angel, die den Tiergarten in einen kleineren nördlichen Teil, das Kellingholz, und einen größeren südlichen Teil trennt. Der als Biotop hergerichtete Altarm wird im Winter als Schlittschuhbahn genutzt.
Der Wald beherbergt eine Salamanderpopulation, die von benachbarten Gruppen isoliert ist und eine eigene genetische Besonderheit aufweist. Diese Isolation trägt zur biologischen Vielfalt des Gebiets bei und macht es für Naturschutzforscher interessant.
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