Gertrudenkapelle, Gotische Kapelle in Wolgast, Deutschland.
Die Gertrudenkapelle ist eine gotische Kapelle in Wolgast, die nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem gebaut wurde. Der Innenraum wird durch einen zentralen Pfeiler geprägt, der ein sternförmiges Gewölbe mit zwölf Seiten trägt und die Raumaufteilung aus massivem Backstein prägt.
Die Kapelle entstand um 1420 für ein Hospital außerhalb der Wolgaster Stadtmauern und war der heiligen Gertrud von Nivelles, der Schutzpatronin der Pilger, geweiht. Ein pommerscher Herzog soll sie nach einer Pilgerreise ins Heilige Land gestiftet haben, vermutlich Wartislaw IX. 1418/1419, was jedoch nicht belegt ist. Nach der Reformation 1534 diente sie als Friedhofskapelle; den Stadtbrand von 1713 überstand sie unbeschadet und beherbergte bis 1718 die Gemeinde von St. Petri.
Der Name der Kapelle erinnert an die heilige Gertrud von Nivelles, die Schutzpatronin der Pilger und Reisenden, der die Spitalkapelle geweiht war. Nach der Einführung der Reformation im Herzogtum Pommern 1534 diente der Bau als Friedhofskapelle, und wohlhabendere Wolgaster Bürger wurden auf dem umliegenden Gertrudenfriedhof bestattet. Seit 2003 bemüht sich ein Förderverein um die Sanierung und eine anschließende kulturelle Nutzung der Kapelle.
Die Kapelle steht südlich der Chausseestraße (Bundesstraße 111) auf dem Alten Friedhof, außerhalb der früheren Stadtmauern, und ist von der Altstadt aus zu Fuß erreichbar. Das Gebäude kann auf Anfrage besichtigt werden; der Außenbereich wurde 1995 saniert. Seit 2003 bemüht sich ein Förderverein um die Sanierung und eine spätere kulturelle Nutzung.
Der zwölfeckige Grundriss der Kapelle bildet die Grabeskirche in Jerusalem nach, mit elf Strebepfeilern und einem Treppenturm anstelle des zwölften. Ihr um 1660 für das Wolgaster Schloss gemalter Totentanz hing um 1700 hier, bevor er in die St.-Petri-Kirche kam, wo er heute zu sehen ist.
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