Schloss Hämelschenburg, Wasserschloss in Emmerthal, Deutschland
Schloss Hämelschenburg ist eine Wasserburg in Emmerthal mit zwei markanten Türmen, einem schützenden Graben und charakteristischen Elementen der Weser-Renaissance aus Niedersachsen. Das Gebäude wird von einem Schlosspark mit exotischen Bäumen umgeben, der aus dem 19. Jahrhundert stammt.
Seit dem 14. Jahrhundert stand hier eine Burg der Grafen von Everstein; 1437 ging sie an die Familie Klencke über und brannte 1487 während der Großen Fehde nieder, erneut vollständig 1544. Ab 1588 bauten Georg Klencke und Anna von Holle sie als Wasserschloss neu auf, vollendet 1613 durch ihren Sohn Ludolf und seine Mutter.
Die Schlosskirche, ursprünglich eine 1563 erbaute Marienkapelle, erhielt 1603 von Anna von Holle ihre barocke Ausstattung und wurde 1652 evangelisch-reformierte Dorfkirche. Der Name Hämelschenburg geht wohl auf den älteren Ort Hermersenburg zurück, möglicherweise mit Bezug auf den Erbauer Hermann III. von Everstein.
Ein Teil des Schlosses wird bis heute von Nachkommen der Klencke bewohnt; der Rote Saal und weitere Stilräume sind im Rahmen einer Führung zu sehen. Die Schlosskirche, die frühere St.-Marien-Kapelle mit barocker Ausstattung, ist an Wochenenden außerhalb der Gottesdienstzeiten im Rahmen einer Führung zugänglich. Die Anlage liegt an der Straße der Weserrenaissance und am Niedersachsenweg und ist Etappenziel für Pilger auf dem westdeutschen Jakobsweg nach Santiago de Compostela.
Anna von Holle verteidigte das Schloss während des Dreißigjährigen Krieges durch geschickte politische Bündnisse und Schutzverträge mit rivalisierenden Kräften. Ihre diplomatischen Fähigkeiten ermöglichten es der Burg, während eines der zerstörerischsten Konflikte der Region unbeschadet zu bleiben.
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