Haus Nehlen, Mittelalterliches Wasserschloss in Welver, Deutschland
Haus Nehlen ist eine mittelalterliche Burg mit Wassergraben in Welver, die auf einer von Wassergräben umgebenen Insel steht. Das zweistöckige Gebäude hat eine rechteckige Form mit steil geneigtem Satteldach und wirkt wie ein typisches Beispiel defensiver Architektur aus dieser Zeit.
Haus Nehlen wurde 1268 erstmals urkundlich erwähnt und diente wohl dem Schutz der nördlichen Grenze der Grafschaft Rüdenberg. Zunächst war es Stammsitz der Adelsfamilie von Nehlen; 1350 kam der Besitz an einen Zweig der Familie von Plettenberg. Der heutige Bau wurde von Dietrich von Plettenberg (1550–1634), Dompropst in Paderborn und Münster, für seinen Neffen Wolter Heinrich von Plettenberg errichtet, ausführender Architekt war der Dortmunder Steinhauer Dietrich Gerlinckhaus. Seit dem Ende des 17. Jahrhunderts gehörte Haus Nehlen der Familie von Boeselager, die in den 1770er Jahren ihren Hauptsitz nach Schloss Höllinghofen verlegte und den Besitz verpachtete; 1977 ging er an einen Landwirt über.
Der Turmeingang ist reich mit Bauschmuck und Wappen versehen, und eine Steintreppe führt hinauf in den Rittersaal mit seinem prächtigen Kamin. Errichtet wurde das Haus für Wolter Heinrich von Plettenberg durch den Dortmunder Steinhauer Dietrich Gerlinckhaus.
Das Gebäude wurde zwischen 2011 und 2013 umfangreich renoviert, mit Arbeiten am Dach, Steinersatz und Wiederherstellung der Fensterrahmen. Der Zugang zur Insel und die Besuchsmöglichkeiten sollten vorab erkundigt werden, da das Schloss noch bewohnt ist.
Der Bildhauer Egbert Broerken lebt und arbeitet in dem Renaissance-Wasserschloss, während eine Familie die linke Hälfte des Hauses bewohnt. Seit 1977 gehört das umliegende Land einem Landwirt, der es noch heute verwaltet.
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