Greetsieler Kirche, Gotische Kirche in Greetsiel, Deutschland
Die Greetsieler Kirche ist eine einschiffige gotische Saalkirche aus Backstein, erbaut zwischen 1380 und 1410 und der heiligen Maria geweiht. Ihre Mauern neigen sich sichtbar aufgrund schwacher Fundamente; die rechteckigen Fenster und Eingänge sind teils zugemauert, teils erheblich vergrößert. Ein separater Backsteinglockenturm steht abseits, und ein Dachreiter über dem Ostgiebel trägt eine Uhr, eine Glocke und eine vergoldete Kupferwetterfahne in Form eines Dreimast-Hukers.
Die Greetsieler Kirche entstand in zwei Bauabschnitten zwischen 1380 und 1410 als Eigenkirche des Häuptlings Haro Edzardsna im Stil der Gotik aus Backstein. Papst Bonifatius IX. bestätigte sie 1401, vor ihrer Fertigstellung; bis zur Reformation gehörte sie zum Bistum Münster. Unter Graf Edzard II. erfolgte ein Anbau.
Die Kanzel von 1669 mit barocken Blumengirlanden steht im Mittelpunkt des reformierten Gottesdienstes, der auf Altar und Kreuz verzichtet. Über dem Westeingang hängen das Wappen der Greetsieler Cirksenas und das des schwedischen Königshauses Wasa, mit dem die Familie durch Heirat verbunden war. Ein Epitaph aus Blaustein erinnert an Prediger Johann Michael Knottner, der aus der Pfalz floh, sechs Jahre in Pilsum und 39 Jahre in Greetsiel amtierte und 1684 mit 69 Jahren starb.
Der Backsteinturm steht wie bei vielen ostfriesischen Kirchen abseits des Kirchenbaus. Die drei Bronzeglocken hängen in einem neuen Holzglockenstuhl: die große in der Mitte, die mittlere darüber und die kleine im Erdgeschoss des Turms, verdeckt durch ein öffentliches Bücherregal. Die alten Eisenglocken sind im Umfeld der Kirche aufgestellt.
Die Wetterfahne auf dem Dachreiter ist ein vergoldeter dreimastiger Huker mit gesetzten Rahsegeln aus der Zeit um 1730; die Kirchengemeinde nennt sie die älteste Schiffswetterfahne Niedersachsens. Der Turm diente um 1870 zudem als Nullpunkt des Koordinatensystems für den Kreis Emden bei der Katastervermessung Ostfrieslands.
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