Martinskirche, Evangelische Kirche in Apolda, Deutschland
Die Martinskirche in Apolda ist ein evangelisches Gotteshaus, dessen älteste Teile aus romanischer Zeit stammen. Aus dieser Phase sind zwei Rundbögen mit Würfelkapitellen und die mittleren Nord- und Südportale erhalten, dazu ein 2003 entdecktes romanisches Altar-Fundament, das unter Glas zu sehen ist. Seit 1925/1926 ist das Langhaus vom Chorraum abgetrennt, sodass der vordere Teil, die Martinskapelle, als Gottesdienstraum dient.
Die Martinskirche wird 1119 erstmals urkundlich erwähnt; erhalten sind romanisches Mauerwerk und ein romanisches Altar-Fundament. Ursprünglich lag sie außerhalb der Stadtmauern nahe dem Zusammenfluss von Herressener und Schötener Bach. Umbauten sind ab 1671 dokumentiert, die Wiedereinweihung erfolgte 1700 nach einer 1683 begonnenen Bauphase, 1776 eine „Verschönerung“. Mit dem Bau der Lutherkirche 1894 verlor sie ihre Bedeutung als Stadtkirche; 1925/1926 wurde das Langhaus unter dem Weimarer Architekten Bang-Haas vom Chorraum abgetrennt.
Die Schlossherren von Apolda, die Grafen Vitzthum, nutzten die Kirche als Familiengrabstätte, während die Einwohner auf dem umliegenden Friedhof, dem heutigen Kantplatz, bestattet wurden. Innen sind fünf Grabmale erhalten, vier davon mit plastischen Darstellungen der Verstorbenen. Einer Sage nach wurde Catarina von Vitzthum, Tochter des Moritz, als Kind von einem Blitz getötet, wie eine Wahrsagerin es vorhergesagt hatte; der Katharina-Brunnen in der Stadt erinnert an sie.
Die Kirche liegt außerhalb der alten Stadtmauern nahe dem Zusammenfluss von Herressener und Schötener Bach. Seit 1926 wird nur noch der vordere Teil, die Martinskapelle, durchgängig genutzt; dort findet weiterhin wöchentlich der Sonntagsgottesdienst statt. Der Chorraum bietet 100 Besuchern Platz. Das 2003 entdeckte romanische Altar-Fundament ist durch Glasscheiben im Fußboden zu sehen.
Hier hängt die älteste Glocke Apoldas: um 1503 gegossen, wohl vom Erfurter Gießer Heinrich Ziegler, wurde sie im Glockenstuhl von Zottelstedt gefunden und 1955 an Apolda verkauft. Zu Weihnachten 1956 läutete sie erstmals in der Martinskirche.
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