Lutherkirche, Kirchengebäude in Apolda, Deutschland
Die Lutherkirche ist eine neugotische Backsteinkirche am Melanchthonplatz. Ihr Inneres ist eine asymmetrische Wandpfeilerkirche: Das von Rippengewölben überspannte Hauptschiff führt zu einem kurzen, fünfseitigen Chor mit Altar, Taufstein und Kanzel. In den schlanken Spitzbogenfenstern des Chores sitzen Medaillons mit christlichen Symbolen.
Die Lutherkirche wurde vom Berliner Architekten Johannes Otzen entworfen und von 1890 bis 1894 erbaut, unter Bauleitung von Adolf Cornehls. Der Grundstein wurde am 29. Juni 1890 auf dem heutigen Melanchthonplatz gelegt, die Weihe fand am 7. Juni 1894 im Beisein von Großherzog Carl Alexander und Großherzogin Sophie statt. Die Baukosten von 307.000 Mark wurden größtenteils durch Spenden der Apoldaer Bürger finanziert.
Ihren Namen verdankt die Kirche dem Luther-Verein, der sich 1846 zum 300. Todestag des Reformators so nannte; die Gemeinde hatte 1524 die Lehre Luthers angenommen. Die rund tausend Sitzplätze dienten schon im 19. Jahrhundert Konzerten und Vorträgen, und die Orgel von Wilhelm Sauer von 1894 mit 48 Registern auf drei Manualen und Pedal führt diese Nutzung fort.
Das Gebäude ist von außen frei zugänglich und lässt sich von verschiedenen Winkeln betrachten. Für das Innere sollten Besucher sich über Öffnungszeiten informieren und respektvolle Kleidung tragen.
Die große Glocke, 1722 von Johann Christoph Rose gegossen, begründete Apoldas Glockengießertradition; die heutige große Glocke goss 1950 die ortsansässige Firma Schilling um, die kleine stammt von 1870 und wurde von Carl Friedrich Ulrich für die geplante Kirche gefertigt.
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