Kanzleigebäude, Gotisches Verwaltungsgebäude in Lübeck, Deutschland
Das Kanzleigebäude ist ein gotischer Backsteinbau an der Breiten Straße nördlich des Lübecker Rathauses, 1485 errichtet und 1588 sowie 1614 in Backsteinrenaissance bis zur Mengstraße erweitert. Das Erdgeschoss öffnet sich mit Arkaden, die seit der Wiedereröffnung 2005 verglast sind; im Obergeschoss liegen Büros und ein Literaturcafé mit drei denkmalgeschützten Räumen, darunter der Adlersaal.
Das Kanzleigebäude wurde in fünf Jahren im gotischen Stil errichtet und 1485 fertiggestellt; hier saßen die Notare und Ratsschreiber, die von 1277 bis 1863 das Niederstadtbuch führten. 1588 und 1614 wurde es in Backsteinrenaissance bis zur Mengstraße erweitert. Um 1800 beherbergte es das Pass- und Stempelamt, die Registratur mit dem Staatsarchiv und das Amtszimmer der Bierprobe, später diente es als Polizeigebäude.
Der Name Kanzleigebäude verweist auf die Ratsschreiber und Notare, die hier arbeiteten; von 1277 bis 1863 führten sie das Niederstadtbuch, eine heute bedeutende Geschichtsquelle. Bis 1818 standen die Arkaden des Untergeschosses offen und beherbergten Buden von Kürschnern und Schustern. Der 1939 von Peter Thienhaus mit Adlermotiven ausgemalte Adlersaal im Obergeschoss beherbergt heute ein Literaturcafé, das mit dem Buddenbrookhaus gegenüber in der Mengstraße zusammenarbeitet.
Das Gebäude liegt an der Breiten Straße, nördlich des Rathauses. Ein etwa 50 Meter langer Arkadengang führt an seiner Westseite entlang des Chors der Marienkirche zur Nordseite des Rathauses. Die Arkaden an der Ostseite wurden 2005 verglast; die Geschäfte dort liegen daher hinter Glas und nicht im Freien.
An der Westseite führt ein etwa 50 Meter langer Arkadengang entlang des Chors der Marienkirche zur Nordseite des Rathauses. Als im Gebäude die Polizei saß, nannten die Lübecker es „den größten Automaten der Stadt“: Warfen Jugendliche Steine gegen die Fenster, kam unten sofort ein Polizist heraus.
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