Tiergarten Nill, Kulturdenkmal Zoo in Stuttgart
Der Tiergarten Nill war ein privater zoologischer Garten in Stuttgart auf einem Gelände von etwa 9.500 Quadratmetern mit Gehegen und mehreren Teichen. Die Anlage beherbergte über 500 Tiere, darunter Elefanten, Zebras, Löwen, Affen, Schlangen und tropische Vögel in verschiedenen Bereichen.
Johannes Nill, ein Maurermeister, gründete diesen privaten Zoo 1871, indem er zunächst einheimische Tiere in selbstgebauten Käfigen auf seinem Grundstück in der Herdweg unterbrachte. Der Garten wuchs später zu einer der bekannteren zoologischen Sammlungen Süddeutschlands heran.
Der Garten war im Zuge der Kolonialzeit berühmt für ethnografische Ausstellungen und Präsentationen ferner Völker, die Besucher von Berlin bis München anlockte. Solche Veranstaltungen spiegelten damals das Interesse der europäischen Gesellschaft an exotischen Kulturen wider.
Das Gelände war leicht erreichbar und bot Besuchern die Möglichkeit, an einem Wochenendausflug verschiedene Tiere zu beobachten und die Umgebung zu erkunden. Beste Bedingungen zum Spazieren gab es bei trockenem Wetter und am Vormittag, wenn die Tiere aktiver waren.
Die Anlage erzielte bei der Zucht von Riesen-Ameisenbären einen besonderen Erfolg, der in Zusammenarbeit mit dem Zoologen Gustav Jäger gelang und weltweit als Sensation galt. Diese Zuchtleistung machte den Garten über die Region hinaus bekannt und zeigte sein hohes Niveau in der Tierpflege.
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