Wittorfer Burg, Niederungsburg in Neumünster, Deutschland.
Die Wittorfer Burg ist eine Wallburg bei Wittorf im Südwesten Neumünsters an der Mündung der Schwale in die Stör. Sie liegt auf einer knapp 500 m langen Sanderinsel, die durch die beiden Flüsse und eine sumpfige Niederung im Osten geschützt war. Vom Ringwall und den Gräben sind bis zu vier Meter hohe Reste erhalten, die wegen des dichten, ungepflegten Bewuchses erst auf den zweiten Blick zu erkennen sind.
Die Wittorfer Burg entstand wahrscheinlich im 9. Jahrhundert als Teil des Limes Saxoniae zur Verteidigung des sächsischen Gebietes gegen die Wenden aus dem Osten und die Dänen aus dem Norden. Scherbenfunde belegen eine Nutzung vom 9. bis mindestens in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts. Aschelagen deuten darauf hin, dass die Burg zweimal bei kriegerischen Handlungen niederbrannte und zerstört wurde.
Der Name Wittorfer Burg stammt vom Dorf Wittorf, an dessen Gemarkung der Wall an der Mündung der Schwale liegt. Grabungen von 1949 fanden in der Umgebung Reste mehrerer sächsischer Siedlungen, und Scherbenfunde belegen eine Nutzung vom 9. bis in die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts.
Der Ort ist frei zugänglich und die Wallreste lassen sich gut zu Fuß erkunden, allerdings sollte man mit dichterer Bewuchs rechnen. Der beste Besuch ist in den kälteren Monaten, wenn die Vegetation weniger dicht ist und die Strukturen besser sichtbar werden.
Die Burganlage verwendete eine Bauweise aus Holz und gestampfter Erde, die von Palisaden verstärkt wurde, um stabil zu bleiben. Diese Technik zeigt, wie geschickt die Menschen der Zeit mit den verfügbaren Materialien umgingen.
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