St. Johann, Neugotische Kirche in Oberneuland, Bremen, Deutschland
St. Johann ist eine einschiffige Backsteinhallenkirche mit eingezogenem Chor und Fünfachtelschluss, erbaut 1858 bis 1860 nach Plänen von Heinrich Müller. Die Seitenwände des Schiffs gliedern fünf hohe spitzbogige Fenster mit dreibahnigem Maßwerk und sechs schlanke, abgetreppte Strebepfeiler. Ein dreigeschossiger Westturm auf quadratischem Grundriss erreicht mit der Spitze 45 Meter; ein großer spitzbogiger Triumphbogen öffnet den um drei Stufen erhöhten Chor zum Schiff.
Ein kleiner, baufälliger romanischer Vorgängerbau stammte aus dem 12. Jahrhundert. Die heutige Kirche entstand von 1858 bis 1860 nach Plänen von Heinrich Müller als deutlich größerer neugotischer Backsteinbau und wurde am 23. Dezember 1860 eingeweiht. 1937 ersetzte man die Schieferbedachung durch Hohlpfannen und entfernte Fial- und Kreuzblumenaufsätze.
Die Kirche ist nach Johannes dem Täufer benannt. Ihre Orgel von 1966 stammt aus der ostfriesischen Werkstatt Ahrend & Brunzema und steht in der Tradition der norddeutschen Barockorgel; 1996 ergänzte Ahrend sieben Stimmen auf einem dritten Manual. Die Gemeinde bietet heute einen Seniorenkreis, einen Kinderchor, den Kirchenchor terra nova, einen Posaunenchor und christliche Pfadfinder an.
Die Kirche steht an der Oberneulander Landstraße 41, Ecke Hohenkampsweg, in Oberneuland. Der Chor liegt drei Stufen über dem Schiff und ist durch einen großen spitzbogigen Triumphbogen zu erreichen; das Westportal öffnet sich unter einer Rosette. Der Friedhof neben der Kapelle birgt Kriegsgräber und Grabsteine von vor 1930.
Das älteste Stück der Kirche ist der pokalförmige, achteckige Taufstein, der axial in der Mitte vor dem Triumphbogen steht. Das Ostfenster der Apsis mit dem segnenden Christus stammt aus dem Bremer Dom und soll vor 1850 entstanden sein, als Nachahmung von Bertel Thorvaldsens Segnendem Christus.
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