Kruppsche Nachtscheinanlage, Militärische Täuschanlage in Langenberg, Deutschland
Der Kommandositz aus Stahlbeton ist die einzige erhaltene Anlage einer großflächigen Industrieattrappe, die man auf dem Hügel Rottberg bei Velbert errichtete. Das Gelände umfasste zahlreiche Scheingebäude und bewegliche Installationen auf mehreren Hektar Fläche.
Zwischen 1941 und 1944 imitierte die Anlage das Krupps Stahlwerk, um alliierte Bomber vom tatsächlichen Produktionsstandort in Essen abzulenken. Nach Kriegsende bauten Bewohner die meisten Attrappen ab und nutzten die Materialien für den Wiederaufbau.
Der Bunker dient heute als Gedenkort und zeigt militärische Täuschungsstrategien der Wehrmacht sowie deren Auswirkungen auf die Bevölkerung der Region. Besucher sehen Ausstellungsstücke und Dokumente aus der Zeit des Luftkriegs über dem Ruhrgebiet.
Das Gelände ist an einem Tag pro Jahr für Besichtigungen zugänglich, meist im September während des Tages des offenen Denkmals. Führungen erklären die Funktionsweise der Täuschungsanlage und zeigen Fotografien aus der Kriegszeit.
Die Attrappe besaß eine kleine Eisenbahn, die nachts auf einer Endlosschleife fuhr, um laufende Fabrikarbeiten vorzutäuschen. Lichteffekte und Rauchgeneratoren verstärkten den Eindruck aktiver Produktion für überfliegende Besatzungen.
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