Kronprinzenvilla, Renaissancevilla in Bonn, Deutschland.
Die Kronprinzenvilla war ein Herrenhaus im Stil der französischen Renaissance, das hoch über dem Rheinufer in Bonn stand. Das Gebäude bestach durch seine reiche ornamentale Ausstattung und die sorgfältig gestaltete Fassade, die europäische Eleganz des 19. Jahrhunderts widerspiegelte.
Die Villa entstand 1871 für Friedrich Koenig, den pensionierten Besitzer einer Hartgummifabrik auf Long Island, nach einem Entwurf des Berliner Architekten Walter Kyllmann. Kaiser Wilhelm II. genehmigte am 13. Dezember 1900 den Kauf für 450.000 Mark, damit Kronprinz Wilhelm und seine Brüder in Bonn wohnen und studieren konnten. Im April 1910 verkaufte das Kaiserhaus die Villa für 375.000 Mark an Wilhelm Girardet. Nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde sie 1952/53 für den Neubau des Auswärtigen Amts abgebrochen.
Von 1900 bis 1910 gehörte die Villa dem kaiserlichen Haus Hohenzollern, das sie für 450.000 Mark kaufte, damit Kronprinz Wilhelm und seine jüngeren Brüder während ihrer Bonner Studienzeit dort wohnten und unterrichtet wurden. Die Vorlesungen für den Kronprinzen fanden im Haus statt, und Kaiser Wilhelm II. und Kaiserin Auguste ließen sich eigene Räume einrichten. Die 1898 daneben angelegte Straße ist die heutige Tempelstraße.
Die Villa stand an der heutigen Tempelstraße nahe der Adenauerallee auf dem Gelände des heutigen Auswärtigen Amts; an ihre vormalige Position erinnert das Pförtnerhaus des Ministeriums. Der Ort liegt am Nordrand des früheren Bonner Parlaments- und Regierungsviertels und wird daher eher im Vorbeigehen passiert als als Denkmal besucht.
Die Villa war auf einem der letzten freien Grundstücke am erhöhten Rheinufer gebaut worden, weshalb sie eine beherrschende Stellung in der Stadtlandschaft hatte. Diese seltene Lage machte sie zu einem bevorzugten Ort für ein repräsentatives Gebäude der kaiserlichen Zeit.
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