Burggrafenburg, Mittelalterliche Burg im Komplex der Nürnberger Burg, Deutschland.
Die Burggrafenburg ist der älteste, östliche Teil der Nürnberger Burg, ein eigenständiges Burgareal auf dem Sandsteinfelsen nördlich der Altstadt. Erhalten sind der Fünfeckturm, das im Kern salische Burgamtmannshaus und Reste des alten Vestnertors, alle an der Nordseite zum Stadtgraben. Der Hohlweg zwischen Walburgiskapelle und Turm wird beidseitig vom Trümmerschutt des 1420 zerstörten Zentralkomplexes gesäumt.
Die Burg entstand vermutlich auf dem Standort eines nach 1050 erwähnten castrum und war Lehen der Herren von Raabs. Als 1191 die männliche Linie der Grafen von Raabs erlosch, erbte Friedrich I. von Hohenzollern die Anlage und übernahm um 1192 das Burggrafenamt. 1420 nahm ein nächtlicher Handstreich unter Christoph Leininger, dem wittelsbachischen Pfleger von Lauf, die Burg ein und brannte sie nieder; die Zollern bauten sie nicht wieder auf und verkauften sie 1427 an Nürnberg.
Der Name stammt von den Burggrafen, kaiserlichen Amtsträgern, die mit der Burg belehnt waren; die Grafen von Raabs hielten sie ab 1050, die Zollern übernahmen um 1192. Nach der Verlegung ihrer Residenz auf die Cadolzburg um 1260 verwaltete ein Burgamtmann den Ort. Der ruinöse Nordteil, 1427 an Nürnberg verkauft, trägt weiterhin den Namen Burggrafenburg.
Am besten besucht man die Burg tagsüber, wenn natürliches Licht die Steinmauern und inneren Bereiche gut ausleuchtet. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da viele Wege uneben sind und es über Treppen und Rampen geht.
Der Hohlweg zwischen der Walburgiskapelle und dem Fünfeckturm wird beidseitig vom Trümmerschutt des 1420 zerstörten Zentralkomplexes gesäumt. Nach dem nächtlichen Handstreich wurde die Anlage nicht wieder aufgebaut, sodass der Ort einen einzigen Zerstörungsmoment bewahrt statt jahrhundertelanger Umbauten.
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