Haus Anger, Herrenhaus in Ratingen, Deutschland.
Haus Anger ist ein ehemaliges Rittergut im Angertal bei Ratingen, bestehend aus einem wehrhaften Hauptgebäude aus Bruchstein mit steil aufragendem Walmdach. Die asymmetrische, auf verschiedenen Höhen angeordnete Befensterung und Unregelmäßigkeiten im Mauerwerk lassen auf zahlreiche Umbauten um einen Kern schließen, der als Wohnturm aus dem 12. Jahrhundert gilt. Landwirtschaftlich genutzte Nebengebäude rahmen es ein, und Reste der wassergefüllten Gräben sind noch erkennbar.
Haus Anger wurde 904 erstmals als angeron curtis urkundlich erwähnt. 1148 ging es als curtim que dicitur Angera an die Reichsabtei Werden über, die es an ihre Dienstleute vergab. Unklar ist, ob es nach der Schlacht von Worringen 1288 entfestigt wurde, da der Friedensvertrag den Kölnern Befestigungen an der Anger verbot. Spätestens seit 1461 war es nur noch ein landwirtschaftlicher Gutshof.
Das Anwesen zeigt, wie wohlhabende Familien früher in der Region lebten und ihre Häuser als Zeichen ihres Ranges gestalteten. Die Art, wie das Gebäude gebaut wurde, spiegelt die Gewohnheiten und Vorlieben wider, die bei Landbesitzern jener Zeit verbreitet waren.
Haus Anger liegt im Angertal zwischen Ratingen und Heiligenhaus, nicht in der Innenstadt, innerhalb eines Naturschutzgebiets. Es steht in einer breiten Talaue an einem historischen Übergang über den Angerbach, eingerahmt von der Angermühle und dem Angerforsthaus. Die Anlage ist ein beliebtes Naherholungsziel; man erreicht sie über Wege im geschützten Tal, nicht über Stadtstraßen.
Der Friedensvertrag von Worringen 1288 verbot dem Kölner Erzbischof Befestigungen an der Anger, daher ist unklar, ob Haus Anger damals entfestigt wurde. Spätestens 1461 erscheint das Gut nur noch als Bauernhof, und das Hauptgebäude wurde erst 2013 nach Jahren des Verfalls umfassend saniert.
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