Gedenkstätte Amthordurchgang, Gedenkstätte in Gera, Deutschland
Die Gedenkstätte Amthordurchgang nutzt das Torhaus und den Verwaltungstrakt eines 1874 erbauten Gefängnisses; der Zellentrakt wurde 1999 abgerissen. Die Dauerausstellung erstreckt sich über zwei Etagen, den Keller und einen Außenbereich und zeigt aus den Zellen geborgene Gegenstände, Dokumente und audiovisuelle Zeugnisse.
Das Gefängnis am Amthordurchgang wurde 1874 erbaut und 1876 erstmals in der Geraer Stadtchronik erwähnt, als sich ein Bürger über den Bau eines Gefängnisses in der Innenstadt beschwerte. Es diente als Untersuchungs- und Gerichtsgefängnis unter dem Fürstlichen Kreisgericht Gera des Fürstentums Reuß jüngerer Linie, hatte 1879 25 Zellen und nach Aufstockung 1896 die doppelte Zellenzahl. Ab 1933 nutzte es die Gestapo als Untersuchungshaftanstalt; nach 1945 übernahmen sowjetische Militärpolizei und NKWD das Gebäude, und von 1952 bis 1989 inhaftierte die Stasi dort über 2.800 Menschen aus politischen Gründen.
Die Gedenkstätte nutzt das Torhaus und den Verwaltungstrakt einer 1874 erbauten Haftanstalt; der Zellentrakt wurde 1999 abgerissen. Der 1997 gegründete Verein rettete die verbliebenen Teile nach Protesten und einer Besetzung. Eine von Tilmann Stachat und Martin Neubert gestaltete Treppe wurde im November 2005 fertiggestellt, im April 2007 folgte ein Denkmal von Matthias von Hintzenstern in der Rudolf-Diener-Straße.
Das Gelände ist gut zu Fuß erreichbar und liegt in der Nähe des Geraer Zentrums. Gruppenbesuche mit Führungen sind möglich und ermöglichen tiefere Einblicke in die Sammlung sowie die Raumstrukturen.
Viele Besucher übersehen, dass die Gedenkstätte direkt neben gewöhnlichen Geschäftsräumen und Wohnungen existiert. Dies zeigt auf eindringliche Weise, wie Repression unsichtbar in das Stadtleben eingewoben war.
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