Villa Genienau, Architektonisches Denkmal im Stadtteil Mehlem, Bad Godesberg, Deutschland.
Villa Genienau ist ein freistehendes Herrenhaus an der Straße Im Frankenkeller in Bad Godesberg, gelegen etwa 70 Meter vom Rhein entfernt. Das Gebäude zeigt die Architektur eines gehobenen Wohnhauses aus der frühen 1900er Jahre mit charakteristischen Details dieser Zeit.
Der Geologe Paul Grosser beauftragte den Kölner Architekten Heinrich Offergeld mit Entwurf und Bauleitung. Ein erster Bauantrag wurde im Dezember 1903 abgelehnt, weil das Grundstück noch Gegenstand eines Zusammenlegungsverfahrens war; 1904 wurden die Anträge genehmigt, am 14. Februar 1905 der Rohbau abgenommen und am 8. September 1905 zog die Familie ein. Nach dem Tod von Paul und Eugenie Grosser 1911 kam die Villa bis 1913 durch Versteigerung an den Eisenhüttenbesitzer Rudolf Böcking.
Der Name verweist vermutlich auf Eugenie Grosser, die Frau des Geologen Paul Grosser, der die Villa erbauen ließ; die Quellen nennen diese Zuordnung wahrscheinlich. Das Paar blieb kinderlos, im Herbst 1911 nahmen sich beide Ehepartner nacheinander das Leben, sie zuerst. Danach kam das Haus über eine Versteigerung an den Eisenhüttenbesitzer Rudolf Böcking.
Das Gebäude unterliegt dem Denkmalschutz in Nordrhein-Westfalen, was seinen Erhalt und seine regelmäßige Instandhaltung sicherstellt. Besucher sollten beachten, dass es sich um ein geschütztes Objekt handelt, das nicht ohne weiteres betreten werden kann.
Ab 1948 beherbergte die Villa die Westdeutsche Puppen- und Steingutfabrik des Erich Dittmann, eines Puppenherstellers, den er im selben Jahr in Bonn gegründet hatte. Vom 15. Mai bis 8. Oktober 1948 beschlagnahmte die Besatzungsmacht das Gebäude, sodass nur das Erdgeschoss genutzt werden konnte. 1952 wurde die rückwärtige Freitreppe abgebrochen und Zwischendecken für Fabrikationsräume eingezogen.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.959 Mitwirkenden weltweit.