Haus im Turm, Architektonisches Denkmal Villa in Rhöndorf, Deutschland
Das Haus im Turm ist eine Villa in Rhöndorf, südlich des Ortszentrums an der Drachenfelsstraße, deren mittelalterlicher Turm von 1830 bis 1832 mit einer von einem Belvedere gekrönten Dachhaube umgebaut wurde. Die klassizistischen Flügel, ein Gewächshaus aus Stahl und Glas sowie eine Kapelle von Vinzenz Statz entstanden im 19. Jahrhundert, und 1909 wurde dem Westflügel eine Loggia auf acht Säulen aus Stenzelbergtrachyt vorgesetzt.
Ein Turm mit umgebenden Wassergräben, Sitz der Ritter „von Roendorp“, stand hier spätestens um 1440 und erschien in amtlichen Rechnungen als „boven dem thorne“. Ab 1555 beherbergte er den Richter des Amtes Löwenburg und ein Gefängnis; Richter Michael Heister, der das Anwesen 1637 erwarb, ließ Fachwerkanbauten errichten. Beim Brand Rhöndorfs 1689, ausgelöst von französischen Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg, blieben nur dieses Haus und die benachbarte Kemenate erhalten. 1830 bis 1832 baute der Kölner Kaufmann Johann Theodor Essingh es zum klassizistischen Herrenhaus um und ersetzte den Treppengiebel des Turms durch eine Dachhaube mit Belvedere.
Der Name Haus im Turm geht auf den mittelalterlichen Turm im Kern des Anwesens zurück; Amtsrechnungen des 17. Jahrhunderts nennen es „boven dem thorne“. Eine Katasterbeschreibung von 1678 verzeichnet Kelter-, Back- und Brauhaus sowie umfangreiche Weingärten, und die benachbarte Kemenate wurde zeitweise mitgenutzt. Später diente das Haus Kölner Kaufmannsfamilien als Sommersitz.
Die Villa liegt südlich des Rhöndorfer Ortszentrums an der Drachenfelsstraße, umgeben von ihrer Parkanlage; die Nebengebäude „Remise“ stehen gegenüber dem Turm an der Zufahrt. 1937 wurde das Gelände unter Schutz gestellt, nachdem ein Abrissantrag abgelehnt worden war, sodass die Parkgestaltung erhalten blieb. Das Haus wird heute privat genutzt und ist keine Weinstube.
Beim Brand Rhöndorfs 1689, ausgelöst durch französische Truppen im Pfälzischen Erbfolgekrieg, blieben nur zwei Gebäude erhalten: das Haus im Turm und die benachbarte Kemenate. Dass der mittelalterliche Turm damals stehen blieb, erklärt, warum sein Treppengiebel noch auf Zeichnungen des 17. und 18. Jahrhunderts zu sehen ist.
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