St.-Annen-Kapelle, Gotische Kapelle in Jever, Deutschland
Die St.-Annen-Kapelle ist eine weiße Backsteinkapelle mit einem steilen, mit orange-roten Ziegeln gedeckten Pyramidendach, das in einer kleinen Metallspitze endet. Flache Pilaster gliedern die Wände, hohe rundbogige Fenster mit Sprossenverglasung belichten den Innenraum. Die polygonale Apsis zeigt drei Fenster, eines je Seite, und unter dem überstehenden Dach läuft eine dunkle Regenrinne entlang.
Vor 1610 stand am Ort oder in der Nähe ein Vorgängerbau; die Kapelle ist seit dem Ende des 15. Jahrhunderts belegt, ihre Gründung ist ungewiss. Sie entstand als Vorstadtkirche, angeblich mit Steinen der abgebrochenen Klosterkirche Oestringfelde. Der polygonale Chorabschluss dürfte 1660 hinzugekommen sein; 1931 wurden die Kanzel und fast alle übrigen Holzteile entfernt.
Die Kapelle dient bis heute als religiöser Ort und zeigt, wie die Menschen in dieser Region Gotik in ihre Sakralbauten umsetzten. Sie steht für die religiöse Praxis einer ganzen Gemeinde, die sich hier zur Andacht versammelt hat.
Die Kapelle liegt auf der linken Seite an der Straße nach Wittmund, hinter einer hohen Friedhofshecke und außerhalb der historischen Altstadt. Kreuzgänge gibt es nicht; das umgebende Gelände ist ein Friedhof. Der Innenraum ist ein Saal von 16 Metern Länge und 7 Metern Breite, der Besuch dauert daher nicht lange.
Das älteste Kunstwerk der Kapelle ist der St.-Georg-Altar, ein kleiner Flügelaltar, dessen vier geschnitzte Tafeln Szenen aus der Georgslegende zeigen und wohl aus dem Umkreis des Meisters von Osnabrück um 1520 stammen. Seine beiden auf 1703 datierten bemalten Flügel wurden 1950 umgedreht, damit die Gemälde sichtbar sind.
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