Friedhof Lilienthalstraße, Militärfriedhof in Neukölln, Berlin, Deutschland.
Der Friedhof Lilienthalstraße ist eine Begräbnisstätte in Berlin-Neukölln mit Abteilungen für Militär und Zivilisten aus verschiedenen Epochen. Die Gelände umfassen unterschiedliche Grabtypen und Gedenkbereiche, die sorgfältig angelegt sind.
Der Friedhof entstand von 1938 bis 1941 auf einem Teil der alten Schießstände in der Hasenheide; für Planung und Ausführung war das Heeresbauamt zuständig, der Entwurf stammt von Wilhelm Büning. Der evangelische Feldbischof Franz Dohrmann weihte ihn am 10. Mai 1940 ein. Ab April 1941 waren Bestattungen kostenpflichtig, und da immer mehr Zivilisten den alliierten Luftangriffen zum Opfer fielen, blieb er nicht der geplante zentrale Berliner Kriegerehrenhof. Im Oktober 1950 einigten sich der Volksbund und der Senat von West-Berlin auf ihn als zentrale Kriegsgräberstätte Berlins.
Am Vorabend des Volkstrauertages veranstaltet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge hier eine Gedenkfeier, die seit Mitte der 1990er Jahre protokollarisch von der Bundeswehr umrahmt wird und Militärattachés sowie Vertreter ausländischer Botschaften versammelt. Seit 2011 nutzt der Verein Nike den Friedhof für Veranstaltungen und Ausstellungen zu den deutsch-polnischen Beziehungen; seit 2018 finden Bestattungen nach islamischem Ritus statt.
Die Anlage ist weitläufig und gut strukturiert, daher empfiehlt sich Zeit für den Spaziergang einzuplanen. Besucher finden Informationstafeln, die bei der Orientierung helfen.
1966 wurde in die Freitreppe der Feierhalle ein Kubus eingebaut, der als deren Krypta gilt. Zunächst stand dort der „Eichenkranz“ von Ludwig Gies aus der Neuen Wache; nachdem dieser 2004 ins Deutsche Historische Museum kam, beherbergt der Raum die Skulptur „Sorgende Frau“ von Fritz Cremer.
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