Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde, Holocaust-Gedenkstätte in der Tiergartenstrasse 4, Berlin, Deutschland
Der Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde liegt an der Tiergartenstraße 4 in Berlin-Mitte, nördlich der Philharmonie. Kernstück ist eine 30 Meter lange, hellblaue Glaswand auf einer zur Mitte leicht geneigten dunklen Fläche aus anthrazitfarbenem Beton. Um die Glaswand herum steht ein langgezogenes Pult mit Informationstexten, Bildern sowie Audio- und Videostationen.
Das Denkmal erinnert an die Aktion T4, ein Programm zwischen 1940 und 1941, bei dem über 70.000 Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen systematisch getötet wurden. Diese Tötungen waren zentral für die rassenideologische Politik des Naziregimes geplant und koordiniert.
Der Ort zeigt Informationstafeln und Aufnahmen, die das Schicksal von Menschen mit Behinderungen während der Nazizeit dokumentieren. Besucher erfahren durch diese Materialien von der systematischen Verfolgung dieser Gruppe.
Der Ort ist rund um die Uhr zugänglich und liegt in der Nähe mehrerer öffentlicher Verkehrsmittel. Für Besucher mit Mobilitätsbeschränkungen gibt es barrierefreie Einrichtungen und Informationen in Brailleschrift.
Die Villa, in der die Zentrale T4 untergebracht war, wurde 1944 bei alliierten Luftangriffen schwer beschädigt und in den 1950er Jahren abgerissen; an der Adresse steht kein Gebäude mehr. Der Gedenkort liegt auf der Fläche einer früheren Bushaltestelle nördlich der Philharmonie, und die nahe Stahlskulptur Berlin Junction von Richard Serra wurde 1988 zum Mahnmal umgewidmet.
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