Augustinerchorfrauenstift Lübeck, Augustinerkloster in der Altstadt von Lübeck, Deutschland.
Das St. Anne Cloister ist ein Augustinerkloster im Lübecker Altstadtkern mit mehreren erhaltenen Räumen wie Refektorium, Kapitelsaal und Sakristei rund um einen Innenhof. Die Anlage beherbergt nun ein Museum mit mittelalterlichen Skulpturen, Altarbildern und Kunstwerken aus dem Norden Deutschlands vom Mittelalter bis zur Klassik.
Der Grundstein wurde am 20. August 1502 unter Bischof Dietrich II. Arndes gelegt; Kloster und Kirche im spätgotischen Stil, entworfen von Vinzenz Sisinnius Hesse aus Braunschweig, waren 1515 bezugsfertig. Nach der Reformation wurde das Kloster geschlossen: 1532 wurden sieben Nonnen ins Mutterkloster Steterburg zurückgebracht, die letzten vier verließen es 1542. Ab 1601 dienten die Gebäude als kombiniertes Armen- und Werkhaus, 1843 brannten die Kirche und der sogenannte Kinderhof aus.
Das Kloster wurde auf Vorschlag des Bischofs Dietrich II. Arndes der heiligen Anna geweiht, einer um 1500 besonders beliebten Heiligen. Die Wappen der stiftenden Lübecker Ratsherren und Fernkaufleute, darunter Berend Bomhover, Thomas von Wickede und Godart Wigerinck, sind an den Konsolen des Kreuzgewölbes im Kapitelsaal angebracht, die Namen auf einem Schriftband daneben aufgemalt.
Die Anlage liegt in der südöstlichen Altstadt, unweit der Aegidienkirche und neben der Synagoge. Die ehemaligen Klostergebäude und die Kirche bilden heute das Museumsquartier St. Annen; der Rundgang führt durch die umgenutzten Klosterräume. Das Kircheninnere wurde beim Brand von 1843 zerstört, und der Flügel des Spinnhauses entstand 1778 auf bis dahin unbebauten Flächen.
Der Brand von 1843 zerstörte den sogenannten Kinderhof und die Kirche, die eng zwischen den übrigen Gebäuden eingezwängt war. Nach der Säkularisation diente die Kirche zunächst als Lager, bevor in den Räumen 1601 ein Armenhaus entstand. Die zwei erhaltenen Gebetbücher des Klosters wurden von seinen Nonnen geschrieben.
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