Haus Neersdonk, Herrenhaus in Tönisvorst, Deutschland
Haus Neersdonk ist ein zweigeschossiger, weiß verputzter Backsteinbau mit Walmdach, der 1667 über einem hohen Sockelgeschoss errichtet wurde. Die Längsseiten besitzen sieben Fensterachsen; Maueranker nennen die Jahreszahl 1667. An den Ecken stehen ein quadratischer Turm mit glockenförmiger Haube und ein runder Turm mit Kuppel, eine steinerne Brücke führt zur doppelflügeligen Eingangstür.
Haus Neersdonk ist seit dem 14. Jahrhundert urkundlich belegt, als es an Wilhelm von Aldenrade verlehnt war und über die Familie Franzois van Neersdom an die von der Portzen kam. Johann Ludwig von der Portzen ließ 1667 das heutige schlossartige Herrenhaus errichten, finanziert mit einem Darlehen von 1200 Talern, das er nicht zurückzahlen konnte; sein Sohn Arnold ließ die Anlage samt 65 Morgen Land 1690 versteigern. 1942 kaufte die Familie Recken den desolaten Besitz und sanierte ihn schrittweise, mit umfassender Restaurierung 1963 sowie Arbeiten am Äußeren und an den Turmhauben 1993.
Die beiden Türme mit ihren barocken Kuppeln prägen das Aussehen des Anwesens und zeigen die architektonische Sprache der Adelsfamilien dieser Zeit. Die Kapelle und die Rittersaal mit seinen Kachelfliesen erzählen von den religiösen und feierlichen Räumen, die für das Leben der Bewohner wichtig waren.
Das Anwesen ist heute Veranstaltungsort für Konferenzen, private Feiern und standesamtliche Trauungen, was bedeutet, dass der Zugang je nach Veranstaltung variieren kann. Besucher sollten sich im Voraus informieren, ob Führungen oder offene Zeiten angeboten werden, da das Gebäude in privater Nutzung ist.
Der später als Fetzer bekannte Räuber Mathias Weber wurde von Maria Anna von Brackel aufgenommen und auf dem Gut angestellt, überfiel Neersdonk aber mit seiner Bande in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1797. Seit 1942 gehört die Anlage der Familie Recken; ein Enkel der damaligen Käuferfamilie ist heute Schlossherr.
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