Altsächsische Gräberfelder an der Fallward, archäologischer Fundplatz im Landkreis Cuxhaven
Die Altsächsischen Gräberfelder an der Fallward sind eine archäologische Stätte bei Cuxhaven mit etwa 200 Brandgräbern und 60 Körpergräbern aus dem 4. bis 5. Jahrhundert nach Christus. Das feuchte Marschgelande hat Holzgegenstande wie Möbel, Schmuck und Textilien außergewöhnlich gut erhalten, darunter einen kunstvoll gearbeiteten Holzstuhl und zwei Bootsgräber.
Die Stätte stammt aus der spätrömischen Zeit, etwa 1600 Jahren vor heute, als die Region mit dem Römischen Reich, Skandinavien und den Britischen Inseln in Kontakt stand. Die systematische Ausgrabung fand in den 1990er Jahren statt und brachte die bedeutsamen Funde zu Tage, die später im Museum ausgestellt wurden.
Die Gräber zeigen, wie Menschen hier Verstorbene mit persönlichen Gegenständen bestatten haben, was ihre Wertschätzung für Handwerk und Status widerspiegelt. Die Art der Beigaben, von Möbeln bis zu Schmuck, offenbart soziale Unterschiede in der Gemeinschaft und wie diese beim Übergang ins Jenseits bewahrt werden sollten.
Die Stätte liegt mehrere Kilometer südlich von Cuxhaven in der flachen Marschlandschaft und ist nicht als Besucherzentrum ausgebaut, sondern eine Ausgrabungsstelle. Wer die Funde sehen möchte, findet sie im Museum in Bederkesa ausgestellt, wo auch erklärende Informationen zu den Entdeckungen verfügbar sind.
Unter den Grabfunden ist ein kunstvoll geschnitzter Holzstuhl, der einem Thron ähnelt und etwa 65 Zentimeter hoch ist, besonders bemerkenswert. Diese Art von verziertem Holzmöbel aus dieser Zeit ist in Europa sonst nirgends bekannt und zeigt das außergewöhnliche Handwerkswissen der damaligen Gesellschaft.
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