Glaswerk, Industriegebäude in Amberg, Deutschland
Rosenthalstraße 12 ist ein Industriegebäude in Amberg mit einer 100 Meter langen Schmelzhalle, die durch hellgraue Betondächer mit Stufenform und durchgehende Fensterreihungen geprägt ist. Das Gebäude wurde als Kristall-Glasfabrik konzipiert und funktioniert noch heute zur Glasherstellung, wobei die ursprünglichen Architekturelemente erhalten geblieben sind.
Walter Gropius entwarf dieses Gebäude 1970 als sein letztes Architekturprojekt, in Zusammenarbeit mit The Architects Collaborative und dem Partner Alex Cvijanovic. Das Projekt markierte eine bedeutende Phase in der modernen Industriearchitektur am Ende einer prägenden Karriere.
Das Gebäude wird wegen seines dreieckigen Giebels und seiner religiösen Ausstrahlung die Glaskathedral genannt, was die damalige Vorliebe für monumentale Industriebauten zeigt. Besucher bemerken sofort diese beeindruckende Silhouette, die sich von typischen Fabrikgebäuden unterscheidet.
Das Gelände liegt in einem Tal, daher sind hauptsächlich die Dächer und die prominente Giebelhalle von außen sichtbar. Der beste Blick auf die Struktur ergibt sich von den umliegenden grünen Bereichen im Stadtteil Bergsteig, wo die Architektur gegen die Natur kontrastiert.
Die Gropius-Entwürfe für diesen Ort zeigen seine späte Hinwendung zu massiven, geometrischen Formen, die sich stark von seinen früheren, organischeren Designs unterscheiden. Diesen Stilwechsel in seinem letzte Werk zu sehen ist für Interessierte ein seltener Einblick in die Entwicklung eines Pioniers.
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