Bischöfliches Palais, Bauwerk in Deutschland
Das Bischöfliches Palais war ein Renaissancebau auf dem Bischofsplatz mit zwei Stockwerken und einer markanten Dachkonstruktion aus einem hohen Satteldach zwischen zwei Voluten und kleineren Giebeln. Die Fassade hatte elf Achsen und zeigte symmetrische Portale mit Säulen und dreieckigen Giebeln als Verzierung.
Das Palais wurde Mitte des 17. Jahrhunderts von Johann Georg von Schönborn errichtet und entstand durch Abriss benachbarter Häuser, die den Bischofsplatz formten. Nach der Zerstörung durch Luftangriffe 1942 wurde das beschädigte Gebäude 1962 vollständig abgerissen, um Platz für eine Parkgarage zu schaffen.
Das Palais war lange Zeit Sitz der kirchlichen Macht in Mainz und prägte das Bild des Bischofsplatzes über Jahrhunderte. Die erhaltenen Portale mit ihren Säulen und dreieckigen Giebeln zeigen noch heute den Anspruch und die Autorität, die die Kirche damals in der Stadt ausübte.
Vom ursprünglichen Palais sind heute nur Fragmente und rekonstruierte Portale erhalten, die an verschiedenen Orten in Mainz zu sehen sind. Der Hauptportal befindet sich im Bockshöfchen, während ein weiterer Portal an der Domstraße steht und ein Gartenportal seit 1993 am ursprünglichen Standort auf dem Bischofsplatz rekonstruiert ist.
Papst Johannes Paul II. übernachtete hier am 16. November 1980, bevor er am nächsten Morgen zu einer Freilichtmesse mit Tausenden Besuchern in Mainz-Finthen aufbrach. Diese kurze, aber bedeutungsvolle Visite machte das Palais zu einem Ort von internationaler kirchlicher Bedeutung.
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