Oscar-Romero-Haus, Architekturdenkmal in Nordstadt, Bonn, Deutschland.
Das Oscar-Romero-Haus in der Heerstraße 205 ist ein von Studierenden und Auszubildenden selbstverwaltetes Haus am Rande der Bonner Nordstadt. Das Gebäude wurde 1869 als Gefängnis errichtet und diente von 1894 bis 1930 als Frauengefängnis. Heute beherbergt es in den oberen Etagen zwei Wohngemeinschaften und im Erdgeschoss die Büros der Informationsstelle Lateinamerika und der Rosa-Luxemburg-Bibliothek.
1869 als Kantonsgefängnis an der damaligen Viktoriastraße 27 erbaut, diente das Haus von 1894 bis 1930 als Frauengefängnis. 1933 übernahm die SS das Gebäude und richtete im Keller ein Gefängnis ein, in dem am 11. Juli 1933 der Kommunist Jupp Messinger zu Tode gefoltert wurde. 1938 wurden Luftschutzkeller ausgebaut; ab 1973 renovierte der Studentenpfarrer Martin Huthmann das Haus mit Studierenden und bewohnte es, 1982 kaufte der neu gegründete Förderkreis Oscar-Romero-Haus e. V. das Gebäude.
Das Haus ist benannt nach Óscar Romero, Erzbischof von San Salvador, der 1980 wegen seines Einsatzes für Entrechtete von einer Todesschwadron der salvadorianischen Militärdiktatur am Altar erschossen wurde. Der Name wurde nach der Renovierung ab 1973 und der Gründung des Fördervereins 1982 angenommen. Seit 2003 verleiht der Förderkreis den mit 1000 € dotierten Oscar-Romero-Preis an Einzelpersonen und Initiativen aus dem Köln-Bonner Raum.
Das Haus liegt in der Nähe des Bonn Hauptbahnhofs und ist daher mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen. Besucher können die Umgebung zu Fuß erkunden und dabei die Architektur und die Straßen der Nordstadt kennenlernen.
Seit 2003 vergibt das Haus den Oscar-Romero-Preis, mit dem der Förderkreis Einzelpersonen und Initiativen aus dem Raum Köln-Bonn auszeichnet; er ist mit 1000 € dotiert. Erste Preisträger waren 2003 der Journalist Siegfried Pater und 2006 die Sozialistische Selbsthilfe Mülheim.
Die Community neugieriger Reisender
AroundUs vereint tausende ausgewählte Orte, lokale Tipps und versteckte Schätze, täglich bereichert von über 93.255 Mitwirkenden weltweit.